Ein Klärwerk-Mitarbeiter der Gemeinde Grand Island im US-Bundesstaat New York klagt wegen jahrelanger homophober und behindertenfeindlicher Anfeindungen am Arbeitsplatz – von Beleidigungen bis zu übergangenen Beförderungen.
Bild: KI-generiert · Illustration
Ein Mitarbeiter des Klärwerks der Gemeinde Grand Island im US-Bundesstaat New York hat vor einem Bundesgericht Klage eingereicht. Timothy Burns wirft seinem Arbeitgeber vor, ihn seit 2020 wegen seiner sexuellen Orientierung und seit 2024 zusätzlich wegen einer Behinderung systematisch benachteiligt zu haben.
Laut Klageschrift begann die Feindseligkeit, nachdem Kollegen von seiner sexuellen Orientierung erfuhren: Ein Kollege habe jede Kommunikation mit ihm eingestellt und gemeinsame Arbeitsbereiche gemieden. Nachdem Burns im August 2021 seinen Ehemann geheiratet hatte, reagierte ein Kollege demnach mit Würgegeräuschen. Ein anderer soll offen homophobe Beleidigungen benutzt und wiederholt seine fachliche Kompetenz infrage gestellt haben.
Die Klage listet weitere Vorfälle auf: eine – nach Ermittlungen unbegründete – Anzeige wegen angeblich illegal abgeleiteten Klärschlamms sowie übergangene Beförderungen trotz vorhandener Qualifikationen. Nachdem Burns ab September 2024 einen Behindertenparkausweis nutzte, kamen laut Klage zusätzliche Anfeindungen und Vergeltungsmaßnahmen hinzu.
Als Beklagte nennt die Klageschrift neben der Gemeinde Grand Island auch die Supervisor Robert Westfall und Peter Marston sowie Ratsmitglied Thomas Digati. Burns fordert ein Geschworenenverfahren, die gerichtliche Feststellung der Rechtsverletzungen sowie Schadenersatz für erlittenes seelisches Leid, entgangenen und künftigen Lohn sowie die Übernahme der Anwaltskosten.
Der Fall reiht sich in eine Serie arbeitsrechtlicher Klagen queerer Beschäftigter in den USA ein, die trotz bestehender Antidiskriminierungsgesetze anhaltende Feindseligkeit am Arbeitsplatz dokumentieren – oft über Jahre hinweg und mit mehreren ineinandergreifenden Diskriminierungsgründen zugleich.
Verwandte Artikel
Georgia Southern zahlt 250.000 Dollar nach Rauswurf einer LGBTQ-Verfechterin
Georgia Southern zahlt 250.000 Dollar an eine frühere Mitarbeiterin, die wegen ihres Einsatzes für LGBTQ-Studierende entlassen worden war.
Ehemalige PepsiCo-Mitarbeiterin verklagt Konzern wegen jahrelanger homophober Belästigung
Eine schwule Frau, die bis Dezember 2025 für PepsiCo in der Lagerlogistik arbeitete, klagt gegen ihren früheren Arbeitgeber. Sie wirft dem Unternehmen vor, homophobe Belästigung durch Kollegen ignoriert und sie nach ihrer Kündigung fallengelassen zu haben.
Schwarze trans Managerin klagt gegen Ulta Beauty wegen Diskriminierung
Eine schwarze trans Frau wirft der US-Kosmetikkette Ulta Beauty vor, sie nach der Meldung rassistischer und transfeindlicher Äußerungen ihrer Vorgesetzten gekündigt zu haben.