Nach AfD-Kritik an einer Pride Week am Gymnasium Grünwald sieht das bayerische Kultusministerium keinen Anlass für Konsequenzen. Schulen dürfen zu Vielfalt und Antidiskriminierung arbeiten.
Bild: KI-generiert · Illustration
Das bayerische Kultusministerium sieht keinen Grund, gegen eine Pride Week am Gymnasium Grünwald im Landkreis München vorzugehen. Die Schule hatte die Aktionswoche Ende Juni veranstaltet, um für Akzeptanz und Vielfalt zu werben. Die AfD im Landtag hatte das kritisiert.
Das Ministerium antwortete, Schulen könnten im Rahmen der Lehrpläne selbst Projekte zu Vielfalt und Antidiskriminierung organisieren. Dazu gehöre ausdrücklich die Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt, Geschlechterrollen und geschlechtlicher Identität. Ziel sei, Schülerinnen und Schüler zu einem eigenständigen Urteilen und Handeln zu befähigen. Es gebe „keinerlei Anlass für Konsequenzen“.
Die AfD hatte mehr Kontrolle über queere Initiativen an Schulen gefordert. Eltern sollten Einblick in Unterrichtsmaterialien bekommen, außerdem verlangte die Partei Gegenveranstaltungen, die „Patriotismus“ und „traditionelle Familienbilder“ vermitteln. Der Abgeordnete René Dierkes hielt eine „Woche der nationalen Identität und deutschen Fahnen“ für passender.
Das Ministerium wies das zurück. Für solche Veranstaltungen gebe es keine Meldepflicht, weder strengere Vorgaben noch disziplinarische Schritte gegen die Schulleitung seien nötig.
Für die Schulen heißt das: Wer im Rahmen der Lehrpläne zu Vielfalt und Antidiskriminierung arbeitet, muss solche Projekte nicht anmelden und hat keine Sanktionen zu befürchten. Der Streit gehört zu den Bemühungen der AfD in mehreren Bundesländern, queere Inhalte aus dem Schulalltag zu drängen. In Bayern hat sie damit vorerst keinen Erfolg.
Verwandte Artikel
Rekord an Buchverboten: US-Schulen sperrten fast 12.000 Titel
Laut PEN America haben öffentliche Schulen in den USA im Schuljahr 2025/26 11.982 Bücher verbannt, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung 2021. Texas und Florida verantworten 95 Prozent der Verbote.
Auswertung: Immer weniger junge Schülerinnen in den USA bezeichnen sich als lesbisch oder bisexuell
Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigen einen deutlichen Rückgang bei Neuntklässlerinnen. Die Autorin spricht von einem „freien Fall“, das Williams Institute mahnt zur Vorsicht, weil Konfidenzintervalle fehlen.
US-Bildungsministerium nimmt Title-IX-Schutz für LGBTQ-Studierende zurück
Das US-Bildungsministerium hat die Title-IX-Regel von 2024 aufgehoben, die auch Schutz vor Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität vorsah. Es gelten wieder die Vorgaben aus Trumps erster Amtszeit. LGBTQ-Verbände und Opferschutzgruppen kritisieren den Schritt.