Das US-Bildungsministerium hat Fragen zu nichtbinären Schüler*innen und deren Mobbingerfahrungen aus einer bundesweiten Erhebung gestrichen. Die Menschenrechtsorganisation HRC wirft der Regierung vor, Missstände gezielt unsichtbar zu machen.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die US-Bürgerrechtsorganisation Human Rights Campaign (HRC) hat scharfe Kritik an einer Änderung der Civil Rights Data Collection geübt, einer bundesweiten Erhebung des US-Bildungsministeriums. Aus dem Fragebogen wurden mehrere Punkte zu queeren Schüler*innen gestrichen: Fragen danach, ob sich Schüler*innen als nichtbinär identifizieren, Fragen zu Mobbing und Belästigung nichtbinärer Schüler*innen sowie Fragen zu schulischen Richtlinien gegen Vorfälle aufgrund der Geschlechtsidentität.
Zusätzlich wurde die Definition von Vergewaltigung in der Erhebung verändert: Der Verweis auf die Geschlechtsidentität wurde entfernt, die Formulierung erfasst nun nur noch, dass „alle Schüler*innen unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung" Opfer werden können.
Die gestrichenen Daten hatten laut HRC eine reale Grundlage: Nach Zahlen aus der Erhebung 2021/2022 meldeten mehr als 1.800 Schulbezirke in den USA, dass bei ihnen nichtbinäre Schüler*innen eingeschrieben sind. Das Williams Institute schätzt, dass rund 724.000 Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren sich als trans oder nichtbinär identifizieren. Die Trevor-Project-Studien zeigen, dass im vergangenen Jahr fast 60 Prozent der queeren Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren Mobbing erlebten. Rund 36 Prozent der queeren Jugendlichen gaben an, ernsthaft über Suizid nachgedacht zu haben – bei trans Jugendlichen liegt der Anteil bei etwa 40 Prozent.
HRC-Präsidentin Kelley Robinson kommentierte die Streichung deutlich: „Das sind Erwachsene, die eigentlich unsere Kinder schützen sollten. Stattdessen sorgen sie dafür, dass Mobbing und Belästigung nicht mehr erfasst werden." Das Bildungsministerium und das Office of Management and Budget reagierten laut Washington Blade bislang nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
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