Nach einer Klage konservativer Eltern und Ermittlungsdrohungen des US-Bildungsministeriums hat der Schulbezirk Anne Arundel County seine Richtlinie zur Geschlechtsidentität von Schülerinnen und Schülern verschärft.
Kurz vor Schuljahresbeginn hat der Schulbezirk Anne Arundel County im US-Bundesstaat Maryland seine Richtlinie zum Umgang mit der Geschlechtsidentität von Schülerinnen und Schülern geändert. Eltern müssen künftig informiert werden, wenn ihr Kind in der Schule bei seiner Geschlechtsidentität oder seinem Geschlechtsausdruck unterstützt wird.
Vorausgegangen war eine Klage der konservativen Organisation America First Legal im Namen zweier Eltern, die anonym als „John und Jane Doe“ auftraten. Sie werfen dem Schulpersonal vor, für ihre Tochter ohne ihr Wissen einen männlichen Namen verwendet und damit heimlich eine Transition unterstützt zu haben.
Am 27. Juli 2026 kündigten das Datenschutzbüro des US-Bildungsministeriums und die Bürgerrechtsabteilung des Justizministeriums eine Untersuchung an. Sie warfen dem Bezirk mögliche Verstöße gegen das Bundesgesetz zum Schutz von Schülerdaten (FERPA) vor und drohten mit dem Entzug von Bundesmitteln.
Schulbezirke, die Eltern Informationen vorenthielten, verstießen gegen Bundesrecht, erklärte die stellvertretende Justizministerin Harmeet Dhillon. Schulleiter Mark Bedell begründete die Änderung damit, dass keine Richtlinie oder Praxis die Elternrechte nach FERPA im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität einschränken dürfe.
Seine ursprüngliche Richtlinie zum Schutz von Schülerinnen und Schülern hatte der Bezirk 2019 eingeführt. Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Zahl ähnlicher Auseinandersetzungen an US-Schulen, in denen Bundesbehörden unter der aktuellen Regierung gezielt gegen schulische Unterstützungsangebote für trans Jugendliche vorgehen.
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