Die Confluence University of Science and Technology im nigerianischen Bundesstaat Kogi hat zwei männliche Studenten wegen des Vorwurfs einer gleichgeschlechtlichen Beziehung exmatrikuliert. Nigerias Gesetz von 2014 stellt gleichgeschlechtliche Verbindungen unter Strafe von bis zu 14 Jahren Haft.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die Confluence University of Science and Technology (CUSTECH) im nigerianischen Bundesstaat Kogi hat zwei männliche Studenten exmatrikuliert – der Vorwurf: eine gleichgeschlechtliche Beziehung. Betroffen sind ein Student der Biologiedidaktik und ein Student des Bergbauingenieurwesens.
Die Universitätsleitung begründete die Entscheidung mit Verstößen gegen die Hausordnung für Studierende, ohne weitere Details zu den Vorwürfen oder den betroffenen Personen zu nennen. Wann genau die Exmatrikulation erfolgte, blieb in der Mitteilung offen; öffentlich bekannt wurde der Fall Ende Juli 2026.
Rechtlich steht Nigerias 2014 verabschiedetes Ehe-Verbots-Gesetz (Same-Sex Marriage Prohibition Act) im Hintergrund: Es stellt gleichgeschlechtliche Verbindungen unter Strafe von bis zu 14 Jahren Haft, öffentliche Zuneigungsbekundungen gleichgeschlechtlicher Paare mit bis zu zehn Jahren, und verbietet zudem jede Organisierung queerer Menschen. Human Rights Watch bezeichnet das Gesetz als Freibrief für die "offizielle Misshandlung homosexueller Menschen". Aktivist:innen berichten von zunehmender Gewalt, Erpressung und Übergriffen durch Nachbarschaftsmilizen – meist ohne nennenswerte Konsequenzen für die Täter.
Das Gesetz genießt in weiten Teilen der nigerianischen Bevölkerung breite Zustimmung. Nigeria gilt damit als eines der restriktivsten Länder Afrikas für queere Menschen, was einen wachsenden Teil der Betroffenen inzwischen zur Auswanderung bewegt. Fälle wie der an der CUSTECH zeigen zudem, dass die Diskriminierung längst nicht nur vom Staat selbst ausgeht, sondern auch von Institutionen, die eigene Hausordnungen als Vorwand nutzen.
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