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DSD (Differences of Sex Development)

Buchstabe D 44 Begriffe
DSD steht für "Differences of Sex Development" (auch "Disorders of Sex Development") und bezeichnet angeborene Variationen, bei denen sich chromosomales, gonadales oder anatomisches Geschlecht nicht dem gängigen Muster entsprechend entwickelt. Der Begriff wurde 2006 von einer Gruppe von Kliniker*innen im sogenannten Chicago Consensus Statement eingeführt und sollte ältere, oft stigmatisierende Bezeichnungen ablösen. Innerhalb der Intersex-Community ist DSD selbst umstritten: Kritiker*innen wie die Soziologin Georgiann Davis sehen darin vor allem den Versuch, medizinische Deutungshoheit über intersexuelle Körper zu behalten. Vor allem das Wort "Disorder" (Störung) stößt auf Widerstand, weil es natürliche körperliche Vielfalt als Krankheit rahmt. Die WHO und viele Fachgesellschaften halten deshalb weiterhin am Begriff "intersex" fest, während DSD vor allem im klinischen Kontext verwendet wird.

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