„Found Family" (auch „Chosen Family" oder Wahlfamilie) bezeichnet ein familienähnliches Unterstützungsnetzwerk aus selbst gewählten, nicht blutsverwandten Menschen. Der Begriff ist in queeren Communitys besonders verbreitet, weil viele LGBTQ-Personen von ihren Herkunftsfamilien nach dem Coming-out Ablehnung, Kontaktabbruch oder offene Anfeindung erfahren und stattdessen Freund*innen, Partner*innen oder Communitys als primäre emotionale und praktische Stütze aufbauen.
Found Family kann klassische Familienfunktionen übernehmen: gegenseitige Fürsorge im Alter oder bei Krankheit, finanzielle Unterstützung, gemeinsames Wohnen oder rituelle Anlässe wie Feiertage. In der Ballroom-Szene ist dieses Prinzip institutionalisiert: Die dortigen „Häuser" mit ihren „Mothers" und „Fathers" sind eine besonders ausgeprägte Form von Found Family.
Der Begriff wird zunehmend auch außerhalb queerer Zusammenhänge verwendet, etwa für Wahlverwandtschaften unter Geflüchteten oder Menschen, die sich aus anderen Gründen von ihrer Herkunftsfamilie entfernt haben.