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Frieda Belinfante

Buchstabe F 29 Begriffe
Frieda Belinfante, geboren 1904 in Amsterdam, war Cellistin, die erste hauptberufliche Dirigentin Europas und eine lesbische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. 1937 übernahm sie die Leitung des Kammerorchesters Het Klein Orkest und durchbrach damit als Frau eine der letzten Bastionen des klassischen Musikbetriebs. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande 1940 musste das gemischt jüdisch-nichtjüdische Orchester seine Arbeit einstellen. Belinfante, Tochter eines jüdischen Vaters, schloss sich dem Widerstand an und fälschte Ausweispapiere für untertauchende Jüdinnen und Juden. 1943 beteiligte sie sich an einem Sprengstoffanschlag auf das Amsterdamer Bevölkerungsregister, bei dem rund 800.000 Ausweiskarten vernichtet wurden. Um der Verhaftung zu entgehen, lebte sie zeitweise als Mann verkleidet im Untergrund – so unerkannt, dass sie einmal ihre eigene Mutter auf der Straße traf, ohne von ihr erkannt zu werden. 1948 emigrierte Belinfante in die USA und dirigierte später das Orange County Philharmonic, bis sie 1962 aus dem Amt gedrängt wurde – laut Orchestervorstand, weil ein Mann an der Spitze dem Ansehen des Orchesters zuträglicher sei. Sie gehörte zur CKC, einer kleinen, überwiegend queeren Widerstandsgruppe in Amsterdam, und lebte offen als lesbische Frau. Belinfante starb 1995 in Kalifornien.

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