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Khanith

Buchstabe K 31 Begriffe
Khanith bezeichnet in Teilen der arabischen Halbinsel, vor allem in Oman, Menschen, die bei der Geburt männlich zugeordnet wurden und gesellschaftlich eine Zwischenposition zwischen Mann und Frau einnehmen. Der Begriff geht auf das arabische Wort خنيث zurück und teilt seine Wurzel mit „mukhannathun", was so viel wie „verweiblicht" bedeutet. Rechtlich gelten Khaniths nach islamischem Recht weiterhin als Männer, gesellschaftlich werden sie jedoch weitgehend den Frauen zugeordnet: Sie übernehmen traditionell weibliche Aufgaben wie Kochen und Haushaltsführung, dürfen sich – anders als Männer – frei unter Frauen bewegen und an deren Festen teilnehmen. Eine besondere Rolle kommt ihnen bei Hochzeiten zu: Khaniths vermitteln häufig zwischen den Familien und sind traditionell die einzigen, die in der Hochzeitsnacht das Gesicht der Braut sehen dürfen. Die gesellschaftliche Einordnung hängt eng mit einem Männlichkeitsverständnis zusammen, das sich über die aktive sexuelle Rolle in der Ehe definiert. Khaniths gelten in dieser Logik als passiv und werden deshalb nicht als vollwertige Männer betrachtet – ein Khanith kann diesen Status jedoch wechseln, indem er heiratet und die damit verbundene aktive Rolle übernimmt.

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