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Lavender Menace

Buchstabe L 42 Begriffe

Lavender Menace (etwa „die lila Bedrohung“) hieß eine informelle Gruppe lesbischer radikaler Feministinnen in den USA. Sie trat erstmals am 1. Mai 1970 beim Second Congress to Unite Women in New York öffentlich auf, aus Protest dagegen, dass Lesben und lesbische Themen aus der übrigen Frauenbewegung ausgeschlossen wurden. Zu den Mitgliedern zählten Karla Jay, Rita Mae Brown, Lois Hart, Barbara Love, Ellen Shumsky und Michaela Griffo. Viele gehörten zugleich zur Gay Liberation Front und zur National Organization for Women (NOW).

Den Ausdruck hatte 1969 Betty Friedan, die Präsidentin von NOW, geprägt. Sie fürchtete, Stereotype von „Mannweibern“ und männerhassenden Lesben könnten der Frauenbewegung schaden, wenn Lesben sichtbar mit ihr verbunden wären. NOW rückte von lesbischen Anliegen ab und strich sogar die Daughters of Bilitis von der Sponsorenliste eines Kongresses. Rita Mae Brown kündigte daraufhin ihre Mitarbeit bei NOW.

Beim Kongress im Mai 1970 übernahmen die „Menaces“ die Bühne, verteilten das Manifest „The Woman-Identified Woman“ und erklärten, warum sie den Ausschluss ablehnten. Das Publikum zeigte durch Applaus und Buhrufe, wo seine Sympathien lagen. Am Folgetag gab es Workshops zum Thema. Viele Beteiligte gründeten danach die Gruppe Radicalesbians. 1971 erkannte NOW Lesbenrechte als berechtigtes Anliegen des Feminismus an. Die Aktion gilt als Wendepunkt der zweiten Welle der Frauenbewegung und als Gründungsmoment der lesbisch-feministischen Bewegung.

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