Misogynoir bezeichnet Frauenhass, der sich gegen Schwarze Frauen richtet und dabei Rassismus und Misogynie verbindet. Das Wort setzt sich aus „Misogynie“ und dem französischen „noir“ („schwarz“) zusammen. Geprägt hat es die queere afroamerikanische Wissenschaftlerin und Aktivistin Moya Bailey. Sie wollte damit die besondere Form von Hass beschreiben, die in der US-amerikanischen Populärkultur und in visuellen Medien auf Schwarze Frauen zielt.
Der Begriff stammt aus dem Schwarzen Feminismus und baut auf dem Konzept der Intersektionalität auf: Wer gleichzeitig als Schwarz und als Frau wahrgenommen wird, erlebt Abwertung, die sich nicht in Rassismus plus Sexismus aufteilen lässt. Als Beispiele gelten die Hypersexualisierung Schwarzer Frauen, das Klischee der „wütenden“ oder unvernünftigen Schwarzen Frau und Online-Belästigung. Auch Angriffe auf prominente Politikerinnen wie Diane Abbott oder Kamala Harris wurden so beschrieben.
In queeren Debatten ist der Begriff wichtig, weil er Schwarze trans Frauen einschließt. Für den Hass, der sich besonders gegen sie richtet, wird zudem „Transmisogynoir“ verwendet. 2023 nahm das Merriam-Webster-Wörterbuch „Misogynoir“ auf.