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Molly House

Buchstabe M 46 Begriffe

Molly Houses waren Treffpunkte homosexueller Männer im Großbritannien des 18. und 19. Jahrhunderts, meist Wirtshäuser, Kaffeehäuser oder Privaträume. Die Forschung diskutiert, ob sie vor allem soziale Treffpunkte oder Bordelle waren. Die meisten lagen in London, etwa in Covent Garden, Moorfields, das als „Sodomites’ Walk“ galt, Lincoln’s Inn und St. James’s Park.

Die Gäste nahmen weibliche Namen an, trugen Frauenkleider, sprachen in weiblichem Tonfall und spielten Scheinhochzeiten und Scheingeburten nach. Das Wort „molly“ leitet sich vom Frauennamen Mary ab und bedeutete im Slang einen effeminierten homosexuellen Mann. In den 1760er und 1770er Jahren führten Wörterbücher es einfach als „Sodomit“.

Sodomie war in England ab 1533 ein Kapitalverbrechen, bis 1861. Die Gesellschaften zur Reform der Sitten setzten nach 1688 Spitzel und Lockspitzel ein. Die bekannteste Razzia traf im Februar 1726 das Haus von Margaret Clap in der Field Lane in Holborn: 40 Männer wurden festgenommen, drei hingerichtet. Nach 1750 entstanden neue Molly Houses, in den 1750er und 1770er Jahren folgten weitere Verfolgungswellen. Die Quellenlage stützt sich vor allem auf Gerichtsprotokolle des Old Bailey, Zeitungen und zeitgenössische Streitschriften.

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