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Wörter, die jetzt wichtig werden: ein Glossar für Eltern

5 Min Lesezeit

Dein Kind benutzt Wörter, die du nicht kennst? 15 Begriffe von Coming-out bis Safe Space, kurz erklärt, mit einem Hinweis, was sie für dich als Elternteil heißen.

Dein Kind benutzt Wörter, die du nicht kennst? Das ist kein Alarmzeichen. Die meisten dieser Begriffe sind einfache Beschreibungen, die nur ungewohnt klingen. Dieser Text erklärt 15 davon in der Reihenfolge, in der sie Eltern häufig begegnen. Du musst ihn nicht auf einmal lesen. Jeder Abschnitt steht für sich, und hinter jedem Begriff führt ein Link zum ausführlichen Eintrag im Glossar.

Wenn es ausgesprochen wird

Coming-out. So heißt der Prozess, in dem ein Mensch seine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität sich selbst und anderen gegenüber offenbart. Es ist kein einmaliges Ereignis: In neuen Situationen, etwa in einer neuen Klasse, muss dein Kind wieder entscheiden, wie offen es sein will. Du kannst sagen: „Danke, dass du es mir erzählst.“ Mehr dazu im Glossar: Coming-out.

Coming-in. Gemeint ist der innere Weg davor: sich selbst anzuerkennen, was man fühlt. Er beginnt oft Jahre vor dem Gespräch mit dir und kann mit Zweifeln verbunden sein. Wenn dich das Coming-out überrascht, heißt das also nicht, dass dein Kind es plötzlich entschieden hat. Mehr dazu im Glossar: Coming-in.

Outing. Wenn jemand anderes ohne Zustimmung erzählt, wie dein Kind lebt oder liebt, ist das ein Outing. Auch gut gemeint ist es eines, und es kann schwere Folgen haben. Erzähl nichts weiter, was dein Kind nicht ausdrücklich freigegeben hat. Mehr dazu im Glossar: Outing.

Zwangsouting. Das Glossar nennt so die erzwungene Offenlegung durch Dritte, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt führen kann. Für dich heißt das: Auch Nachfragen von Verwandten sind kein Grund, etwas zu verraten. Mehr dazu im Glossar: Zwangsouting.

Orientierung und Identität

Sexuelle Orientierung. Sie beschreibt, zu wem sich jemand romantisch, emotional oder sexuell hingezogen fühlt. Das Glossar nennt als Beispiele Homosexualität, Bisexualität und Heterosexualität. Mit dem eigenen Geschlecht hat das nichts zu tun, deshalb kannst du hier ruhig nachfragen, welches Wort dein Kind für sich benutzt. Mehr dazu im Glossar: Sexuelle Orientierung.

Geschlechtsidentität. Das ist das innere Erleben des eigenen Geschlechts: Fühlt sich jemand als Frau, als Mann oder anders? Es ist etwas anderes als die sexuelle Orientierung. Frag nicht, ob es „nur eine Phase“ ist, sondern was sich für dein Kind richtig anfühlt. Mehr dazu im Glossar: Geschlechtsidentität.

Cisgender, kurz cis. So nennt man Menschen, deren Geschlechtsidentität zu dem Geschlecht passt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Wenn dein Kind dich „cis“ nennt, ist das keine Beleidigung, sondern eine Beschreibung. Mehr dazu im Glossar: Cisgender.

LGBTQ+. Die Abkürzung steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer. Das Plus meint weitere Identitäten wie asexuell oder pansexuell. Du musst nicht jeden Buchstaben auswendig kennen. Wichtiger ist zu wissen, welcher davon für dein Kind gilt. Mehr dazu im Glossar: LGBTQ+.

Name, Anrede, Weg

Nichtbinär. Eine Geschlechtsidentität, die sich nicht eindeutig als Mann oder Frau einordnen lässt. Sie kann zwischen beiden liegen, eine Mischung sein oder etwas ganz Eigenes. Ob dein Kind sich dabei auch als trans versteht, kann es dir selbst sagen. Mehr dazu im Glossar: Nichtbinär.

Pronomen. Das sind Wörter wie „er“, „sie“ oder „they“, die für den Namen stehen. Sie spiegeln die Geschlechtsidentität wider. Frag einmal, welche dein Kind möchte, und nutze sie. Mehr dazu im Glossar: Pronomen.

Deadname. So heißt der frühere Name einer trans oder nichtbinären Person, der nicht mehr verwendet wird. Ihn zu benutzen, auch aus Versehen, empfindet sie als verletzend. Übe den neuen Namen und gib den alten nicht weiter. Mehr dazu im Glossar: Deadname.

Misgendern. Wer falsche Pronomen oder eine falsche Anrede benutzt, misgendert. Passiert es versehentlich, empfiehlt das Glossar eine kurze Entschuldigung und die Korrektur. Das ist ausreichend, du musst dich nicht lange erklären. Mehr dazu im Glossar: Misgendern.

Transition. Damit ist der Weg gemeint, auf dem eine trans Person ihr Auftreten und ihre soziale Rolle mit ihrer Geschlechtsidentität in Einklang bringt. Er kann soziale, rechtliche und medizinische Schritte umfassen, aber nicht jeder geht alle. Frag dein Kind, was es sich gerade wünscht, und nimm nichts vorweg. Mehr dazu im Glossar: Transition.

Was du selbst sein kannst

Ally. Ein Ally ist jemand, der selbst nicht zur queeren Community gehört und sich trotzdem für ihre Rechte einsetzt. Das Glossar nennt zuhören und lernen als Kern. Als Elternteil kannst du das schon sein, indem du widersprichst, wenn jemand abfällig redet. Mehr dazu im Glossar: Ally.

Safe Space. Das ist ein geschützter Raum, in dem sich queere Menschen ohne Angst vor Diskriminierung zeigen können, etwa eine Beratungsstelle, ein queeres Zentrum oder eine Online-Community. Dein Zuhause kann einer sein. Mehr dazu im Glossar: Safe Space.

Wie es weitergeht

Die ersten Tage nach dem Coming-out beschreibt der Artikel „Mein Kind hat sich geoutet: Was Eltern jetzt tun können“. Wie du mit dem Wissen umgehst, steht in „Outing vermeiden: Wem du es erzählen darfst und wem nicht“.

Eltern Glossar Coming-out Begriffe Angehörige

Zuletzt geprüft: 13. Oktober 2026

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