Victoria Cruz ist tot. Die trans Aktivistin starb im Alter von 79 Jahren – als eine der letzten noch lebenden Zeitzeuginnen des Stonewall-Aufstands hinterlässt sie eine Lücke in der Geschichte der queeren Bewegung. Geboren wurde sie im puertoricanischen Guánica, als eines von elf Geschwistern. Später zog die Familie nach Red Hook, Brooklyn. Eine Masernerkrankung in der Kindheit hinterließ einen dichten Katarakt auf einem Auge; trotzdem schloss sie die Schule ab und erwarb eine Ausbildung zur Kosmetikerin.
In der Nacht zum 28. Juni 1969 stand Cruz mit ihrem Freund Frankie vor dem Stonewall Inn, als die Situation eskalierte. Am nächsten Morgen kehrte sie zur verwüsteten Bar zurück, sammelte Erinnerungsstücke ein und nahm Rusty, den Hund der Bar, bei sich auf. Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera kannte sie persönlich.
1996 wurde Cruz von vier Kollegen in einem Brooklyner Pflegeheim wiederholt belästigt und sexuell angegriffen. "Das Schlimmste war, dass ich den Boden unter mir nicht mehr spürte", beschrieb sie später das Erlebte. Mit Unterstützung des NYC Anti-Violence Project erstattete sie Anzeige; zwei der Kollegen wurden verurteilt – einer der ersten Fälle in New York, in dem transfeindliche Gewalt juristisch geahndet wurde.
Bei genau dieser Organisation, dem NYC Anti-Violence Project, arbeitete Cruz anschließend 17 Jahre lang. Ursprünglich von Christine Quinn als Freiwillige angeworben, übernahm sie später Aufgaben am Empfang und an der Hotline, mit einem Schwerpunkt auf häuslicher Gewalt. In der Community war sie als "Miss Vicky" bekannt; Betroffene fragten gezielt nach ihr. 2018 fuhr sie auf dem führenden Wagen der NYC Pride mit, gewürdigt als "Community Hero".
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