Die Scheidungsrate unter lesbischen und schwulen Paaren ist 2025 deutlich gestiegen.
Rund 1.700 gleichgeschlechtliche Ehen wurden in Deutschland im vergangenen Jahr geschieden. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamts zur Ehe- und Scheidungsstatistik hervor. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 10 Prozent, konkret 154 Scheidungen mehr als zuvor.
Am Gesamtaufkommen aller Scheidungen machen gleichgeschlechtliche Paare damit weiterhin nur einen kleinen Anteil aus: 1,3 Prozent aller 130.100 Scheidungen des Jahres entfielen auf sie, während die Gesamtzahl aller Scheidungen nur leicht um 0,6 Prozent zulegte. Langfristig betrachtet bleibt die Scheidungsrate insgesamt sogar deutlich rückläufig, seit ihrem bisherigen Höchststand ist sie um rund 39 Prozent gesunken.
Gleichzeitig nahm auch die Zahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen leicht zu: 8.900 Paare heirateten im vergangenen Jahr, nach 8.800 im Jahr zuvor. Mehr Ehen bedeuten damit auch statistisch eine wachsende Grundgesamtheit, aus der sich künftige Scheidungen speisen können. Konkrete Gründe für den Anstieg bei den Scheidungen nennt die Statistikbehörde nicht, sie liefert ausschließlich die nackten Zahlen ohne Ursachenforschung.
Für verlässliche Rückschlüsse auf gesellschaftliche Ursachen ist die Datenlage bislang schlicht zu dünn: Bei insgesamt noch vergleichsweise wenigen gleichgeschlechtlichen Ehen können bereits kleine absolute Veränderungen zu prozentual großen Ausschlägen führen. Ob sich der Anstieg als Trend verfestigt oder eine einmalige Schwankung bleibt, lässt sich erst anhand mehrerer weiterer Jahrgänge beurteilen.
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