Mehr als 300 Menschen kamen Mitte Oktober zur Regenbogenfamilienkonferenz nach Mannheim. Der LSVD+ Baden-Württemberg fordert, Regenbogenfamilien rechtlich endlich abzusichern.
Bild: KI-generiert · Illustration
Mehr als 300 Erwachsene, Jugendliche und Kinder haben Mitte Oktober an der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim teilgenommen. Die dreitägige Veranstaltung in der Jugendherberge stand unter dem Motto „Starke Familien – Familien stärken“. Organisiert hat sie der LSVD+ Baden-Württemberg gemeinsam mit weiteren Initiativen und Ehrenamtlichen, die Schirmherrschaft übernahm Sozialminister Oliver Hildenbrand.
Das Angebot richtete sich an Familien, in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich, nicht-binär oder auf andere Weise queer ist. Neben Informations- und Bildungsangeboten ging es um Austausch und Vernetzung. Die Teilnehmenden kamen vor allem aus Süddeutschland, dazu Familien aus Berlin, Leipzig und Nordrhein-Westfalen. Schon 2023 war die Konferenz in Mannheim zu Gast.
Politisch stand das Abstammungsrecht im Mittelpunkt. Brigitte Aichele-Frölich aus dem Vorstand des LSVD+ Baden-Württemberg sagte: „Regenbogenfamilien sind in Öffentlichkeit und Gesellschaft zwar sichtbarer geworden, ihre Belange und Nöte aber leider nicht.“ Ende 2024 sei man „so knapp vor einer Reform des Abstammungsrechts“ gewesen und sei jetzt wieder um Jahre zurückgefallen. Regenbogenfamilien müssten endlich rechtlich abgesichert werden.
Queere Familienverbände fordern seit Langem, dass die rechtliche Behandlung der gelebten Vielfalt folgt. Dazu zählen Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern, Mehrelternfamilien, Familien mit trans* oder intergeschlechtlichen Eltern und Patchworkfamilien. Nach Einschätzung des Verbands klafft zwischen diesen Familienmodellen und ihrer rechtlichen Absicherung weiterhin eine erhebliche Lücke.
Die Veranstalter wollten mit der Konferenz auch ein Zeichen setzen: „Wir sind hier, wir sind Teil dieser Gesellschaft!“
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