Nach einem Vergleich in einem Rechtsstreit verlangt Oregon von künftigen Pflege- und Adoptiveltern nicht mehr, vorab zuzusagen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines Kindes zu bejahen.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der US-Bundesstaat Oregon hat eine Regel abgeschafft, nach der künftige Pflege- und Adoptiveltern vorab zusagen mussten, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines Kindes zu bejahen. Auslöser ist ein Vergleich im September 2026 in einem Verfahren, das die verwitwete Mutter von fünf Kindern, Jessica Bates, 2023 angestoßen hatte. Sie war für ungeeignet erklärt worden, weil sie diese Zusage verweigerte.
Vertreten wird Bates von der konservativen Rechtsorganisation Alliance Defending Freedom. Im Juli 2025 hatte das Berufungsgericht des neunten Bundesbezirks entschieden, dass Oregon die Vorgabe ihr gegenüber während des Verfahrens nicht durchsetzen darf. Nun nimmt das Land die Bestätigungspflicht ganz aus seinen Vorschriften.
Die Sozialbehörde (Department of Human Services) verweist darauf, dass sie bei der Vermittlung weiterhin auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen kann. Kritiker sehen darin keinen Ersatz. Kyndall Mason, Direktorin von Basic Rights Oregon, sagt: „LGBTQ+-Jugendliche in Pflegefamilien verdienen sichere und bejahende Zuhause.“ Sie warnt, der Vergleich könne Menschen zulassen, die die Identität eines Kindes ablehnen. Johannes Widmalm-Delphonse von der Alliance Defending Freedom nennt die Einigung dagegen eine „Win-win-Lösung“, die Grundrechte schütze und das Interesse der Kinder in den Mittelpunkt stelle.
Forschungsergebnisse stützen die Sorge der Kritiker: Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC verbinden die Akzeptanz in der Familie mit besserer Gesundheit queerer Jugendlicher. Eine Studie in JAMA Pediatrics aus dem Jahr 2024 fand, dass unterstützende Familien bei trans Jugendlichen das Risiko von Suizidversuchen und Ausreißen senken.
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