Der Stadtrat hat einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das einvernehmliche Beziehungen mit mehreren Partnern als geschützte Kategorie anerkennt. Seattle ist damit die zehnte und größte US-Stadt mit einem solchen Schutz.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der Stadtrat von Seattle hat einstimmig eine Verordnung verabschiedet, die nicht-monogame und polyamore Beziehungen sowie mehrgenerationale Haushalte als geschützte Kategorien anerkennt. Die Änderung ergänzt den städtischen Gleichstellungskodex und stellt einvernehmliche Beziehungen mit mehreren Partnern ausdrücklich als Ausprägung von sexueller Orientierung unter Schutz. Zugleich erkennt der Text Geschlechter außerhalb der binären Einteilung sowie Pansexualität und Asexualität als Orientierungen an. Geschützt werden zudem Familienformen, in denen mehrere Generationen in einem Haushalt zusammenleben.
Der Schutz gilt künftig in den Bereichen Beschäftigung, Wohnen, Gewerbeerlaubnisse, öffentliche Einrichtungen, Nutzung von Parks und beim städtischen Vorgehen gegen diskriminierendes Polizeihandeln. Wer sich benachteiligt sieht, kann eine Beschwerde beim Seattle Office for Civil Rights einreichen. Das Gesetz tritt am 1. Juni 2027 in Kraft.
Laut einem Bericht des „Guardian" ist Seattle die zehnte und zugleich größte US-amerikanische Stadt, die einen solchen Diskriminierungsschutz beschließt. Befürworter im Stadtrat argumentierten, ein Ausbau des Diskriminierungsschutzes sei nötig, um gegnerischen Bewegungen keinen Angriffspunkt zu bieten – nach der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gebe es bereits politische Vorstöße, auch andere Formen einvernehmlicher Beziehungen ins Visier zu nehmen.
Bundesweite rechtliche Anerkennung genießen polyamore Beziehungen in den USA bislang nicht; Regelungen wie die von Seattle bleiben auf einzelne Städte und teils Bundesstaaten beschränkt. Für Paare und größere Beziehungsnetzwerke ändert sich dadurch vor allem der Rechtsschutz im Konfliktfall, nicht der rechtliche Status der Beziehung selbst – eine Mehrfachehe bleibt weiterhin ausgeschlossen.
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