Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Eine nichtbinäre Lehrkraft der Middle Creek Elementary School in North Carolina ist zur Zielscheibe einer koordinierten Online-Hetzkampagne geworden. Ausgangspunkt war ein Post des rechten Accounts „Libs of TikTok", betrieben von Chaya Raichik, der ein Foto der Lehrkraft veröffentlichte – inklusive der E-Mail-Adresse der Schulleitung. Der Beitrag erreichte auf X über 700.000 Aufrufe.
Im Post hieß es, die Schule habe eine „neue 'nichtbinäre' Lehrkraft", die von den Schüler*innen mit „Ms." angesprochen werden müsse. Die rechte Influencerin Cassie Clark verbreitete die Kampagne weiter, mit Fotos, die fast 600.000 Mal aufgerufen wurden, und der Behauptung, Musikschüler*innen würden gezwungen, die Lehrkraft mit „Ms." anzusprechen – Eltern seien davon „überrumpelt" worden.
Bei einer Sitzung des Schulbezirks Wake County kamen deutlich mehr Unterstützer*innen als Kritiker*innen zusammen. Ein Vater und Pastor, Stephen Stacks, bezeichnete die Lehrkraft als „vollkommen qualifiziert und einen liebenswerten Menschen". Schulbezirksmitglied Jennifer Job kommentierte, Menschen im Netz und im Saal seien bereit, die Liebe dieser Person zu ihrem Beruf für einen Kulturkampf zu opfern.
Die Kampagne blieb nicht ohne politische Folgen: Ein republikanischer Abgeordneter brachte inzwischen einen Gesetzentwurf ein, der Schulpersonal zu „geschlechtsgerechter" Kleidung verpflichten soll – aus einem lokalen Arbeitsplatzkonflikt wurde eine landesweite politische Debatte.
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