Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Zwei traditionsreiche schwule Bars im Castro-Viertel von San Francisco, Badlands und Toad Hall, haben den Einsatz eines Ausweis- und Foto-Scansystems am Eingang vorerst gestoppt. Ausgelöst hatte den Schritt Kritik von Datenschutz- und Community-Gruppen. Eine dritte Bar, The Mix, setzt das System weiter ein.
Beim Einlass fotografiert die Technik namens PatronScan Guard+ die Gäste und speichert Postleitzahl, Geburtsdatum, Geschlecht und Ablaufdatum des Ausweises. Laut Hersteller dienen die Fotos nur als zeitgestempelte Nachweise, nicht der Gesichtserkennung; nach 21 Tagen würden die Daten automatisch gelöscht, außer eine Person werde etwa wegen einer Schlägerei, Betrugs oder Diebstahls markiert. Eingeführt hatte The Mix das System, nachdem eine Angestellte von einem zuvor des Lokals verwiesenen Gast angegriffen worden war.
Scharf kritisierten die Bürgerrechtsorganisation Fight for the Future und die Anti-Überwachungsgruppe Club 1984 das Verfahren. Club 1984 argumentiert, die Technologie widerspreche der historischen Funktion queerer Räume als Orte ohne Ausweiskontrolle und Überwachung. Fight-for-the-Future-Direktorin Reem Suleiman verwies darauf, dass selbst die US-Flugsicherheitsbehörde TSA eine Opt-out-Option für Gesichtsscans anbiete – anders als das Bar-System.
Badlands und Toad Hall erklärten, die Sicherheit von Gästen und Personal bleibe Priorität, ebenso aber Privatsphäre und Vertrauen. Wie es mit dem System weitergeht, ist offen; Kritiker*innen befürchten vor allem, dass gespeicherte Daten von LGBTQ+-Gästen bei einem Hackerangriff oder Weiterverkauf in falsche Hände geraten könnten.
Verwandte Artikel
Gay-Forum DataLounge schließt nach 31 Jahren
Das 1995 gegründete Online-Forum DataLounge, lange ein zentraler Treffpunkt für Klatsch und Debatten in der schwulen Community, ist nach 31 Jahren offline gegangen.
WNBA räumt Fehler ein: Sicherheitspersonal zwang Fans, Shirts zur Trans-Debatte zu verdecken
Bei einem Spiel in Atlanta forderte die Sicherheit von WNBA-Fans, Shirts mit gegensätzlichen Botschaften zu Trans-Athletinnen im Sport zu verbergen. Die Liga entschuldigte sich nachträglich.
Queere Migrantin sitzt erneut in Abschiebehaft in Georgia
Die queere Kamerunerin Pauline Nadege Binam wird zum zweiten Mal von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgehalten. Aktivistinnen, die sie besuchten, berichten von Erschöpfung und mangelhafter Versorgung.