Aktuelle EU-Zahlen zeigen: Männer sterben mehr als dreimal so häufig durch Suizid wie Frauen, LGBTIQ+-Personen sind zusätzlich deutlich stärker gefährdet als die Allgemeinbevölkerung.
Bild: KI-generiert · Illustration
Nach aktuellen Eurostat-Zahlen für 2023 starben in der Europäischen Union 48.370 Menschen durch Suizid, das entspricht einer standardisierten Rate von 10,4 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner – ein Rückgang gegenüber 12,2 im Jahr 2013. Deutschland verzeichnet mit 10.383 Fällen die höchste absolute Zahl in der EU, mehr als ein Fünftel aller Suizide EU-weit; mit deutlichem Abstand folgen Frankreich, Polen und Spanien. Männer sind mit 16,9 Suiziden je 100.000 deutlich häufiger betroffen als Frauen mit 5,0 und stellen gut drei Viertel aller Suizidtoten. Die höchsten Raten verzeichnen Litauen, Slowenien und Ungarn, die niedrigsten Zypern, Griechenland und Malta.
Als Gründe für die höhere Rate bei Männern nennen Fachleute ein selteneres Hilfesuchverhalten sowie eine stärkere Belastung durch Trennungen und Scheidungen. Die britische Suizidpräventionsorganisation Samaritans betont dazu: „Suizid ist ein komplexes Phänomen, meist gibt es nicht nur ein einziges auslösendes Ereignis." Eine Meta-Analyse aus 50 Studien mit insgesamt 3,8 Millionen Vergleichspersonen sowie eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 zeigen zudem ein deutlich erhöhtes Risiko für LGBTIQ+-Personen: Suizidversuche kommen bei ihnen 4,36-mal häufiger vor als in der Gesamtbevölkerung, Suizidtodesfälle je nach Datenlage aus England und der Schweiz zwei- bis viermal so oft. Entscheidend sei dabei nicht die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität selbst, sondern Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbing als soziale Belastungsfaktoren. Als Gegenmaßnahmen nennen die Studien Lehrkräfte-Fortbildungen, Peer-Support-Modelle und eine bessere Früherkennung psychischer Belastungen.
Wer akut betroffen ist oder sich um jemanden sorgt, erreicht die Telefonseelsorge in Deutschland rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222.
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