Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada streicht ab Herbst 2026 die letzten verhaltensbezogenen Fragen zur Sexualität aus dem Screening für Samenspender. Bislang mussten Spender angeben, ob sie in jüngerer Zeit Analverkehr mit neuen oder mehreren Partnern hatten - eine Frage, die vor allem schwule und bisexuelle Männer faktisch von der Spende ausschloss.
Bis 2024 galt für Männer, die Sex mit Männern haben, ein vollständiges Spendeverbot für die vorangegangenen drei Monate. 2024 wurde dieses Verbot durch die jetzt entfallenden verhaltensbezogenen Fragen ersetzt. Künftig gilt für alle Spenderinnen und Spender unabhängig von ihrem Sexualverhalten dieselbe strenge Testung auf Infektionskrankheiten wie HIV sowie Hepatitis B und C.
Befürworterinnen und Befürworter der Reform argumentieren, verhaltensbezogene Fragen hätten weder den Einsatz von Kondomen noch die Einnahme von PrEP berücksichtigt und nicht zwischen Spendern mit wechselnden Partnern und solchen in monogamen Beziehungen mit HIV-negativen Partnern unterschieden. Die Ärztin Mona Loutfy verwies darauf, dass moderne HIV-Tests so empfindlich und genau seien, dass praktisch kein Restrisiko mehr bestehe.
Health Canada erklärte, man wolle sicherstellen, dass die Regeln für Samen- und Eizellenspenden sicher, wissenschaftlich fundiert und diskriminierungsfrei seien. Bennett Jensen von der Organisation Egale Canada wertete die Änderung als Anerkennung queerer Menschen und ihres Rechts, an der Gründung von Familien mitzuwirken.
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