Health Canada streicht ab Herbst 2026 die letzten verhaltensbasierten Ausschlusskriterien für Samenspenden von schwulen und bisexuellen Männern. Künftig gelten für alle Spendenden dieselben strengen Infektionstests.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Ab Herbst 2026 streicht Kanadas Gesundheitsbehörde Health Canada die letzten verhaltensbasierten Ausschlusskriterien für Samenspenden von schwulen und bisexuellen Männern. Bislang mussten Spender Fragen zu Analsex mit neuen oder mehreren Partnern beantworten, auch Eizellspenderinnen wurden nach Sexualkontakten mit Männern befragt, die Sex mit Männern haben. Ein pauschales Verbot für Samenspenden von Männern, die innerhalb der vorangegangenen drei Monate Sex mit Männern hatten, galt bei Health Canada noch bis 2024.
Künftig sollen alle Spendenden denselben strengen Tests auf Infektionskrankheiten wie HIV sowie Hepatitis B und C unterzogen werden – unabhängig von sexueller Orientierung oder Sexualpraktiken. Sicher, nicht diskriminierend und wissenschaftlich fundiert sollen Regelungen laut der Behörde künftig sein.
Ausgelöst wurde die Überprüfung unter anderem durch eine verfassungsrechtliche Klage, die der Toronto Mann Aziz M. 2023 eingereicht hatte. Er argumentierte, die Beschränkungen seien diskriminierend. Im Verfahren wiesen Mediziner:innen darauf hin, dass die bisherigen Testverfahren, darunter eine 180-tägige Quarantänezeit, das übliche diagnostische Zeitfenster für Infektionen deutlich übersteigen.
Sehr gründlich sei das Testverfahren, betonte Emily McIntosh, Geschäftsführerin der Canadian Fertility and Andrology Society. Verhaltensbasierte Fragebögen dagegen beruhten auf ehrlichen Selbstauskünften – ein Ansatz, dessen Zuverlässigkeit Studien zufolge begrenzt ist. Für Aziz M. und die anderen Kläger:innen markiert die Ankündigung nach jahrelangem Rechtsstreit einen greifbaren Erfolg.
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