Pennsylvania hat eine Regelung aus den 1980ern gestrichen, die Menschen mit HIV bei Prostitutionsvorwürfen härter bestrafte als andere Beschuldigte. Gouverneur Josh Shapiro unterzeichnete das parteiübergreifend getragene Gesetz Ende Juli 2026 – die Änderung wirkt nicht rückwirkend.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Der US-Bundesstaat Pennsylvania hat eine jahrzehntealte Sonderregelung im Strafrecht abgeschafft, die Menschen mit HIV bei Prostitutionsvorwürfen deutlich härter bestrafte als andere Beschuldigte. Bislang drohte Menschen ohne bekannte HIV-Infektion bei entsprechenden Vorwürfen ein Vergehen, Menschen mit HIV-Diagnose dagegen unter identischen Umständen ein Verbrechenstatbestand mit erheblich höherem Strafmaß.
Gouverneur Josh Shapiro unterzeichnete Ende Juli 2026 das Gesetz Senate Bill 45, das im Kern schärfere Strafen für Menschenhändler vorsieht und Inhalte aus dem separat eingebrachten House Bill 632 übernimmt. Eingebracht wurden die beiden Gesetzentwürfe vom republikanischen Senator Cris Dush aus Brookville und dem demokratischen Abgeordneten Ben Waxman aus Philadelphia – verabschiedet wurden sie mit deutlicher, parteiübergreifender Mehrheit in beiden Kammern.
Waxman begründete die Streichung damit, dass die alte Regelung noch aus der "Aids-Panik" der 1980er- und 1990er-Jahre stamme, "als es viel Angst und Fehlinformation gab – vieles davon von Homophobie befeuert". Medizinisch sei HIV heute, mit wirksamer Behandlung und Prävention, ein anderes Krankheitsbild als damals. Die Änderung wirkt nicht rückwirkend: Bereits ergangene Verurteilungen nach der alten Regelung bleiben bestehen.
Aktivist:innen werten die Reform als Teil einer längeren Reihe von HIV-Entkriminalisierungen in US-Bundesstaaten, die zunehmend als medizinisch überholt gelten. Straftatbestände, die allein an den Serostatus anknüpfen, schrecken Studien zufolge eher von Tests und Behandlung ab, als dass sie irgendetwas verhindern – ein Effekt, der der eigentlich beabsichtigten Prävention entgegenläuft.
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