Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Pubertätsblocker können das Suizidrisiko bei trans Jugendlichen deutlich senken. Das legt eine großangelegte Kohortenstudie von Clair Kronk von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai nahe, veröffentlicht im Fachjournal JAMA Network Open. Ausgewertet wurden Versicherungsdaten von mehr als 230.000 Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren.
Die Forschenden teilten die Stichprobe in vier Gruppen: trans Jugendliche mit und ohne Pubertätsblocker sowie cisgeschlechtliche Jugendliche mit und ohne Hormonbehandlung. Bei trans Jugendlichen, die Pubertätsblocker erhielten, sank die Häufigkeit von Suizidgedanken um 80 Prozent gegenüber unbehandelten trans Jugendlichen. Depressive Störungen gingen in der behandelten Gruppe um fast die Hälfte zurück. Unabhängig von einer Behandlung zeigte sich bei trans Jugendlichen insgesamt eine deutlich höhere Rate an Stimmungsstörungen und Suizidgedanken als bei cisgeschlechtlichen Gleichaltrigen.
Auf die Grenzen der Studie weisen die Autor:innen selbst hin: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die einen statistischen Zusammenhang zeigt, aber keine direkte Kausalität belegen kann. Aus reinen Abrechnungsdaten von Versicherungen lassen sich Faktoren wie familiäre Unterstützung oder der Zugang zu Psychotherapie nicht erfassen.
In eine Zeit, in der mehrere US-Bundesstaaten und auch Großbritannien den Zugang zu Pubertätsblockern politisch eingeschränkt haben, fallen die Ergebnisse dennoch. Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass solche Einschränkungen mit einer Zunahme von Suizidversuchen einhergehen – ein Zusammenhang, den auch dieser Datensatz stützt.
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