Eine Frankfurter Studie zeigt, wie Samenflüssigkeit die Übertragung des Mpox-Virus begünstigt – und liefert damit auch Ansätze für neue Präventionsstrategien.
Bild: KI-generiert · Illustration
Ein Forschungsteam der Goethe-Universität und der Universitätsmedizin Frankfurt hat einen Mechanismus beschrieben, der erklären könnte, warum sich das Mpox-Virus bei sexuellen Kontakten besonders leicht überträgt. Unter der Leitung von Denisa Bojkova wies die Doktorandin Emma Torbica nach, dass natürliche Eiweißbruchstücke in Samenflüssigkeit feine Faserstrukturen bilden, die dem Virus helfen, sich an menschliche Zellen anzuheften.
Für die Untersuchung infizierten die Forschenden Bindegewebs- und Hautzellen im Labor mit Mpox-Viren. Wurden die Viren zuvor mit Samenflüssigkeit vermischt, nahmen die Zellen den Erreger deutlich stärker auf als ohne diesen Zusatz. Die Ergebnisse legen nahe, dass Samenflüssigkeit die Übertragung begünstigt, sobald sie mit Schleimhäuten im Anal- oder Genitalbereich in Kontakt kommt – etwa über kleine, unbemerkte Verletzungen.
Nach Einschätzung der Forschenden könnte dieser Mechanismus erklären, weshalb sexuelle Kontakte als besonders risikoreicher Übertragungsweg gelten. Bojkova zufolge eröffnet das Wissen um die beteiligten Proteinstrukturen langfristig auch neue Ansätze für die Prävention: Ein experimenteller Wirkstoff, der diese Strukturen stört, könnte das Virus direkt hemmen. Die Zahl der Mpox-Fälle in Deutschland bleibt nach Angaben von Gesundheitsämtern konstant; in Berlin wurde zuletzt beobachtet, dass sich das Virus nicht mehr nur unter queeren Männern, sondern auch bei heterosexuellen Kontakten im Rahmen sexpositiver Events verbreitet. Die verfügbare Mpox-Impfung gilt weiterhin als wirksam und gut verträglich.
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