Über 13.000 Menschen fordern Schutz für LGBTIQ+-Studierende und die Abschaffung von Paragraf 377. Anlass sind Ausschlüsse und Festnahmen an Hochschulen seit Mai 2026.
Bild: KI-generiert · Illustration
Studierende und Menschenrechtsaktivist*innen in Bangladesch fordern mit einer Petition mehr Schutz für LGBTIQ+-Menschen. Initiiert wurde sie von Justice Makers Bangladesh in France (JMBF) über die Plattform All Out. Mehr als 13.000 Menschen haben sie nach Angaben des Berichts in kurzer Zeit unterzeichnet.
Die Petition richtet sich an Hochschulen, Universitäten, Polizei und die Regierung Bangladeschs. Sie verlangt, die Verfolgung queerer Studierender zu beenden, ausgeschlossene oder suspendierte Studierende wieder aufzunehmen und mutmaßlich erzwungene Verhöre zu untersuchen. Außerdem sollen Regeln gegen Belästigung und gegen das Offenlegen der Identität gelten.
Genannt werden zwei Fälle. Im Mai 2026 wurden an der Hajee Mohammad Danesh Science and Technology University in Dinajpur vier Studierende ausgeschlossen und zwei der Polizei übergeben. An einem Medical College in Dhaka wurde ein Student gezwungen, andere schwule Studierende zu benennen; fünf wurden danach festgenommen und verloren ihre Unterkunft.
Zentrale Forderung ist die Abschaffung von Paragraf 377 des Strafgesetzbuchs. Er stammt aus der Kolonialzeit und stellt einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe. JMBF argumentiert, das Vorgehen verletze verfassungsmäßige Rechte auf Gleichheit, persönliche Freiheit, Privatsphäre und Schutz vor Diskriminierung. Die Angaben zu den beiden Fällen stammen aus dem Bericht; eine unabhängige Bestätigung haben wir nicht gefunden.
Verwandte Artikel
IStGH veröffentlicht Haftbefehle gegen vier Taliban-Funktionäre wegen Verfolgung von Frauen und queeren Menschen
Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehle gegen vier Taliban-Führungskräfte entsiegelt. Der Vorwurf: geschlechtsbezogene Verfolgung, auch von LGBTQ-Personen. Laut Gericht reicht der Begriff „Geschlecht“ über das Biologische hinaus.
Belarus stuft acht Online-Communitys als „extremistisch“ ein
Weißrusslands Generalstaatsanwalt hat acht große Online-Gemeinschaften zu extremistischen Angeboten erklärt. Der Vorwurf: Sie hätten die LGBT-Bewegung und die „Childfree-Ideologie“ gefördert.
Taipeh: Polizei bringt 51 Gäste einer Schwulenbar auf die Wache
Bei einer Razzia in der Taipeher Bar „Commander D“ nahm die Polizei 51 Gäste zur Befragung mit und den Inhaber fest. Rund 100 Menschen protestierten dagegen. Die Behörden berufen sich auf Verstöße gegen die öffentliche Moral.