Bei einer Razzia in der Taipeher Bar „Commander D“ nahm die Polizei 51 Gäste zur Befragung mit und den Inhaber fest. Rund 100 Menschen protestierten dagegen. Die Behörden berufen sich auf Verstöße gegen die öffentliche Moral.
Bild: KI-generiert · Illustration
In der taiwanischen Hauptstadt Taipeh hat die Polizei die Schwulenbar „Commander D“ im Bezirk Wanhua durchsucht. Am Samstag nahmen die Beamten 51 Gäste zur Befragung auf die Wache mit, der Inhaber der Bar wurde festgenommen.
Die Polizei beruft sich auf einen Durchsuchungsbefehl wegen „Verstößen gegen die öffentliche Moral“. Grundlage ist ein Gesetz, das „mutwillige Entblößung des nackten Körpers und laszive Haltungen an öffentlich zugänglichen Orten“ verbietet. Ein Polizeisprecher erklärte, es sei eine Beschwerde über mögliche Verstöße eingegangen.
Ein festgenommener Gast namens Wen berichtete, die Beamten seien gewaltsam vorgegangen und hätten Angst verursacht. Am Sonntag protestierten rund 100 Menschen aus der queeren Community gegen den Einsatz. Demonstrant Kang Yang kritisierte, die Stadt stelle sich gern als queerfreundlich dar. Er sei wütend, dass die Razzia ausgerechnet im Pride-Monat stattgefunden habe.
Taiwan gilt als eines der queerfreundlichsten Länder Asiens. 2019 führte es als erstes Land des Kontinents die Ehe für alle ein. Die Pride-Parade in Taipeh ist für den 31. Oktober angesetzt, vier Wochen nach der Razzia.
Offen ist, ob gegen den Barinhaber oder Gäste Verfahren eingeleitet werden. Die Berichte stützen sich auf Angaben der Polizei und auf Aussagen von Betroffenen und Demonstrierenden; unabhängig überprüfen ließen sich die Schilderungen des Einsatzes bislang nicht.
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