Das Land Nordrhein-Westfalen bündelt die Arbeit der polizeilichen Ansprechstellen für LSBTIQ+: Beim Polizeipräsidium Köln entsteht eine Zentralstelle, die einheitliche Standards entwickeln und die Fortbildung neu aufstellen soll.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen bekommt eine zentrale Ansprechstelle für die queere Community. Das teilte das Landesinnenministerium am Freitag mit. Angesiedelt wird die Stelle beim Polizeipräsidium Köln.
Sie soll landesweit einheitliche Standards entwickeln, die bestehenden Ansprechstellen der einzelnen Behörden koordinieren und ein neues Konzept für Aus- und Fortbildung erarbeiten. Bisher gehen die Behörden unterschiedlich mit dem Thema um: Aufgaben, organisatorische Anbindung und personelle Ausstattung der Ansprechstellen sind nicht einheitlich geregelt. Vielerorts wird die Aufgabe im Nebenamt erledigt.
Die neue Zentralstelle soll Zuständigkeiten klären, den Austausch zwischen den Ansprechstellen verbessern, Fachwissen bündeln und bei rechtlichen Fragen helfen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung: Wissen über queere Lebensweisen, homo- und transfeindliche Gewalt, Opferschutz und Prävention soll künftig systematisch vermittelt werden. Außerdem soll die Stelle den Kontakt zur Community und ihren Verbänden pflegen, innerhalb der Polizei informieren und Anlaufstelle für queere Polizeibedienstete sein.
Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, Sicherheit entstehe „nicht alleine durch Polizeiarbeit“, sondern vor allem durch Vertrauen. Alle Menschen müssten darauf vertrauen können, Schutz zu erfahren, wenn sie bedroht oder angegriffen werden. Aus den bisherigen Erfahrungen wolle man nun „einen gemeinsamen Standard für die ganze Polizei“ machen.
Als Vorreiter gilt das Polizeipräsidium Köln. Es setzte 2023 als erste Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen einen hauptamtlichen Beauftragten für die queere Community ein. Andere Präsidien haben inzwischen ebenfalls Ansprechstellen eingerichtet. Wann die Zentralstelle ihre Arbeit aufnimmt und wie viele Stellen sie bekommt, nannte das Ministerium laut Bericht nicht.
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