Zwei Frauen kämpfen vor Botswanas höchstem Gericht um die Anerkennung ihrer Beziehung. Das Verfahren könnte weit über das südliche Afrika hinaus Signalwirkung entfalten.
Seit Dezember 2025 verhandeln Bonolo Selelo und Tsholofelo Kumile vor dem Obersten Gericht Botswanas für die rechtliche Anerkennung ihrer Beziehung. Die beiden Frauen lernten sich 2022 kennen und treten seit 2024 öffentlich für Gleichstellung ein; sie gelten als erstes schwarzes lesbisches Paar in Afrika, das auf diesem Weg vor Gericht zieht. Eine erste Anhörung fand im März 2026 statt. Die entscheidenden Verhandlungstage sind für den 14. und 15. Juli angesetzt, eine Entscheidung wird im Herbst erwartet.
Im Kern geht es um die Frage, ob der Staat gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe öffnen muss oder ob ein Ausschluss verfassungsrechtlich Bestand hat. Regierung sowie religiöse und konservative Organisationen treten dem Verfahren als Gegenseite bei und verteidigen das bestehende Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare.
Rechtlich baut die Klage auf einem Grundsatzurteil auf: 2019 erklärte ein Gericht in Botswana gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen für straffrei, ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil 2021. Entsprechend angepasst wurde in diesem Jahr auch das Strafrecht. Nur die Ehe blieb davon unberührt. Genau diese Lücke soll das aktuelle Verfahren schließen.
Für den Kontinent hat der Fall Gewicht: Bislang ist Südafrika das einzige afrikanische Land mit voller Ehe für alle. Ein Erfolg der Klage könnte anderen Bewegungen im südlichen Afrika als Referenz dienen und den rechtlichen Druck auf Nachbarstaaten erhöhen, ähnliche Verbote zu überdenken. Bis zur Entscheidung bleibt offen, ob Botswana diesem Beispiel folgt oder das Verbot aufrechterhält.
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