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Kolumbien verlässt internationale LGBTIQ+-Rechtekoalition

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Die Regierung von Präsident Abelardo de la Espriella zieht Kolumbien aus der Equal Rights Coalition zurück, mitten in laufender Ko-Präsidentschaft mit Spanien. Menschenrechtler:innen sprechen von einem schweren Rückschlag.

Kolumbien verlässt internationale LGBTIQ+-Rechtekoalition

Bild: KI-generiert · Illustration

Kolumbien hat die Equal Rights Coalition verlassen, ein 2016 gegründetes internationales Bündnis von mehr als 40 Staaten zur Stärkung der Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten. Das kolumbianische Außenministerium erklärte den Austritt mit sofortiger Wirkung - mitten in der laufenden Ko-Präsidentschaft, die das Land gemeinsam mit Spanien bis 2027 innehatte.

Die Regierung von Präsident Abelardo de la Espriella begründete den Schritt damit, die Teilnahme an dem Mechanismus sei keine Priorität der eigenen Außenpolitik; zudem verwies sie auf bestehende verfassungsrechtliche Schutzbestimmungen, die ausreichend seien. De la Espriella hat mehrere Vertreter der extremen Rechten in seine Regierung berufen und einen "Kulturkampf" gegen das angeblich vordringende Konzept einer "Gender-Ideologie" angekündigt. Seine Regierung lehnt unter anderem gleichgeschlechtliche Adoption ab.

Die kolumbianische Menschenrechtsorganisation Caribe Afirmativa, die selbst Teil der Initiative war, bezeichnete den Austritt als schweren Rückschlag für die kolumbianische Außenpolitik und als Bruch mit den bisherigen Verpflichtungen des Landes gegenüber queeren Menschen.

Der Schritt fällt in eine Zeit anhaltender Gewalt: Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden 2024 in Kolumbien 164 LGBTIQ+-Personen getötet, 2025 stieg die Zahl auf 270 - im Schnitt eine Tötung alle 32 Stunden. Der Rückzug aus dem internationalen Bündnis trifft die Community damit in einer Phase, in der Schutz eher dringender als entbehrlicher wird.

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