Innerhalb weniger Tage ist einer für LGBTQ+-Reisende gecharterten Kreuzfahrt gleich zweimal ein Hafen im Mittelmeer verweigert worden. Die „Scarlet Lady" von Virgin Voyages, gebucht vom Veranstalter Atlantis Events für eine zehntägige Fahrt von Athen nach Italien, durfte weder in der Türkei noch in Ägypten anlegen.
Zuerst untersagten türkische Behörden in der Provinz Aydın dem Schiff die geplanten Stopps in Kuşadası und Istanbul. Als Begründung hieß es, die Reisegruppe entspreche nicht „der Struktur unserer Gesellschaft und unserer Moralwerte". Wenige Tage später wurde auch der Stopp im ägyptischen Alexandria kurzfristig gestrichen – die Passagiere erhielten lediglich die Mitteilung, die Einfahrt in ägyptische Gewässer sei verweigert worden, das Schiff müsse umkehren.
An Bord befinden sich mehrere Tausend Reisende, überwiegend schwule Männer. Atlantis-Events-Chef Rich Campbell sagte dem US-Sender CNN, es sei in der 36-jährigen Geschichte seines Unternehmens das erste Mal, dass Hafenbesuche wegen der Identität der Gäste verweigert wurden. Er betonte, es handle sich nicht um eine politische Veranstaltung, sondern um eine gewöhnliche Urlaubsreise.
Unter den angekündigten Auftritten an Bord war auch Broadway-Star Patti LuPone, die sich nach eigenen Angaben „wütend" über die doppelte Zurückweisung äußerte. Wie es für den Rest der Reiseroute weitergeht, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen. Kritiker sehen in den beiden Absagen binnen einer Woche ein Muster wachsender Diskriminierung von LGBTQ+-Reisenden im östlichen Mittelmeerraum.
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