Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Im senegalesischen Kaolack hat die Polizei vier Männer festgenommen – nach eigenen Angaben aufgrund einer anonymen Anzeige, der tagelange Überwachung vorausging. Unter den Festgenommenen sind ein Lehrer, ein Dekorateur und zwei Beschäftigte einer kommunalen Gesundheitseinrichtung.
Berichten zufolge stürmten Beamte ein Schlafzimmer und trafen dort auf eine Situation, die als eindeutig beschrieben wurde. Bei der anschließenden Durchsuchung beschlagnahmte die Polizei unter anderem neue und benutzte Kondome, Gleitmittel, HIV-Schnelltests und Medikamente zur HIV-Präexpositionsprophylaxe. Den Männern werden nun Bildung einer kriminellen Vereinigung, „widernatürliche Handlungen“, Gefährdung des Lebens anderer sowie vorsätzliche HIV-Übertragung vorgeworfen.
Der Senegal hat seine Gesetze gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen in diesem Jahr verschärft: Die Höchststrafe wurde von fünf auf zehn Jahre Haft angehoben, zusätzlich wurden neue Straftatbestände für die „Förderung“ von Homosexualität eingeführt. Die Festnahmen in Kaolack reihen sich in eine anhaltende Welle staatlicher Verfolgung ein – nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen waren allein in den vergangenen Monaten mehr als 300 schwule Männer im Land betroffen.
Ein wiederkehrendes Muster dabei: Anonyme Hinweise führen zu Razzien, bei denen private Gesundheitsgegenstände wie HIV-Tests oder PrEP-Medikamente als vermeintliche Beweismittel gegen die Betroffenen verwendet werden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Langem, dass solche Verfahren Betroffene zusätzlich stigmatisieren und die HIV-Prävention im Land untergraben, weil Menschen aus Angst vor Strafverfolgung Schutzmittel meiden.
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