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Steam blockiert LGBTQ+-Suche für Nutzer in China

Steam blockiert LGBTQ+-Suche für Nutzer in China
Wer in China auf Steam nach LGBTQ+-Spielen sucht, bekommt eine Fehlermeldung wegen angeblich unzulässiger Inhalte. Betroffen ist offenbar nur die Such- und Filterfunktion, nicht der Zugriff auf bereits gekaufte Spiele.

Nutzerinnen und Nutzer der Spieleplattform Steam in China stoßen derzeit auf eine Fehlermeldung, sobald sie nach Spielen mit dem Tag „LGBTQ+“ suchen oder danach filtern. Die chinesische Meldung übersetzt sich sinngemäß zu: „Bei der Bearbeitung Ihrer Anfrage ist ein Fehler aufgetreten: Der Inhalt dieser Seite wurde als unzulässig eingestuft, da er gegen lokale Gesetze und Vorschriften verstößt.“ Erste Screenshots dazu veröffentlichte die Userin Neha auf der Plattform Resetera, später auch der chinakritische Aktivist Yi Ling, bekannt unter dem Namen „Teacher Li Is Not Your Teacher“.

Der Software-Konzern Valve, dem Steam gehört, hat sich zu der Meldung bislang nicht geäußert. Nach aktuellem Kenntnisstand betrifft die Sperre nur die Such- und Filterfunktion nach dem Tag – wer den direkten Link zu einem Spiel aufruft oder es bereits besitzt, kann offenbar weiterhin darauf zugreifen. Vollständig vom Markt genommen wurden die betroffenen Titel damit nicht, auffindbar über die reguläre Suche sind sie in China aber nicht mehr.

Homosexualität ist in China seit 1997 entkriminalisiert, LGBTQ+-Sichtbarkeit bleibt aber stark eingeschränkt. Fällt die Suchfunktion für das entsprechende Tag weg, verlieren queere Spielerinnen und Spieler eine der wenigen verlässlichen Möglichkeiten, passende Inhalte überhaupt zu finden.

Steam ist mit diesem Entgegenkommen an chinesische Zensurvorgaben nicht allein: Auch große Filmstudios wie Disney kürzen LGBTQ+-Handlungsstränge für den chinesischen Markt oft auf wenige, leicht herausschneidbare Szenen. Auf dem russischen Steam-Storefront war die Plattform bereits deutlich weiter gegangen: 2024 entfernte Valve dort mehr als 260 Inhalte, nachdem die russische Medienaufsicht Roskomnadzor sie als Verstoß gegen das Verbot „nichttraditioneller Beziehungen“ einstufte.

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