Bürgerrechtsorganisationen verklagen die Universität Texas Tech, weil Lehrinhalte zu queeren Themen und Schwarzer Geschichte blockiert werden sollen.
Eine Koalition aus Bürgerrechtsorganisationen hat Klage gegen das Texas Tech University System eingereicht. Die American Association of University Professors, Lambda Legal, der NAACP Legal Defense and Educational Fund sowie die Kanzlei Davis Wright Tremaine werfen der Universitätsleitung vor, Lehrinhalte zu LGBTIQ+-Themen und antischwarzem Rassismus systematisch zu zensieren.
Auslöser sind zwei interne Anweisungen von Chancellor Brandon Creighton aus dem Dezember 2025 und dem April 2026. Dozentinnen und Dozenten mussten darin offenlegen, ob ihre Kurse Inhalte zu Rasse, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität behandeln. Als problematisch eingestufte Kurse wurden auf Eis gelegt, bis das Board of Regents sie einzeln freigibt.
Betroffen sind der Klage zufolge unter anderem Seminare, in denen Platons "Politeia" oder Ta-Nehisi Coates' "Zwischen mir und der Welt" gelesen werden. Auch die Behandlung der Verfolgung schwuler und bisexueller Männer im nationalsozialistischen Deutschland sowie der Verfassungsrechtsfall Dred Scott v. Sandford sollen betroffen sein. Medizinstudierenden wurde nach Angaben der Kläger sogar der direkte Kontakt zu trans Patientinnen und Patienten untersagt.
Die Klage stützt sich auf den ersten und vierzehnten Verfassungszusatz und wirft der Hochschulleitung "Viewpoint Discrimination" vor – die gezielte Benachteiligung bestimmter Meinungen und Perspektiven. Nicholas Hite von Lambda Legal nennt das Vorgehen einen Verstoß gegen die Meinungsfreiheit auf einer sehr grundlegenden Ebene. Die Kläger sehen die Maßnahmen zudem gezielt gegen Schwarze Lehrkräfte und den Unterricht über rassistische Vergangenheit gerichtet.
Der Fall gilt als einer der weitreichendsten Versuche, akademische Lehrinhalte zu queeren und rassistischen Themen an einer US-Hochschule per Verwaltungsanweisung einzuschränken, und dürfte über Texas hinaus Signalwirkung entfalten.
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