Wendy Faith und Alesi Diana Denise waren wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen Ugandas Anti-Homosexuellen-Gesetz inhaftiert. Ende Juli wurde das Verfahren eingestellt, die Angst vor erneuter Verfolgung bleibt.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Nach fast fünf Monaten in Untersuchungshaft ist das Verfahren gegen das lesbische Paar Wendy Faith und Alesi Diana Denise in Uganda Ende Juli eingestellt worden. Den beiden Frauen war vorgeworfen worden, gegen das ugandische Anti-Homosexuellen-Gesetz verstoßen zu haben. Der leitende Magistrat Conrad Oroya Obol beendete das Verfahren; auch die Mitangeklagten wurden mit sofortiger Wirkung aus der Haft entlassen.
Dem Guardian schilderten Wendy und Denise, wie sehr die Haft ihr Leben verändert hat: "Um ehrlich zu sein, hat die Zeit im Gefängnis unser Leben wirklich durcheinandergebracht. Wir können nicht einmal friedlich durch die Straßen gehen." Trotzdem halten sie an ihrer Beziehung fest. "Wir geben einander nicht auf, weil wir wissen, was wir beide gemeinsam durchgemacht haben", sagt Denise – auch nach der Freilassung bleibt die Angst vor erneuter Verfolgung ein ständiger Begleiter.
Ugandas Anti-Homosexuellen-Gesetz trat 2023 in Kraft und sieht hohe Haftstrafen vor, in bestimmten Fällen sogar die Todesstrafe für sogenannte schwere Homosexualität. Eine Menschenrechtsorganisation zählte seither knapp 2.500 Vorfälle mit rund 1.400 betroffenen Personen – Verhaftungen, Anzeigen und Übergriffe eingeschlossen. International hatte das Gesetz scharfe Kritik ausgelöst, ohne dass sich an seiner Anwendung bislang etwas geändert hätte.
Der Fall von Wendy und Denise zeigt, wie sehr das Gesetz Alltag und Beziehungen queerer Menschen in Uganda prägt, selbst wenn ein einzelnes Verfahren am Ende eingestellt wird: Die Monate der Haft und die Angst davor bleiben, und ein sicheres Leben als Paar ist damit noch lange nicht garantiert.
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