Beim Christopher Street Day in Erlangen spuckte ein Teilnehmer vor Mitgliedern der Jüdischen Kultusgemeinde, andere riefen israelfeindliche Parolen. Der bayerische Staatsschutz ermittelt wegen Beleidigung als politisch motivierter Tat.
Bild: KI-generiert · Illustration
Beim Christopher Street Day in Erlangen ist es zu antisemitischen Vorfällen gekommen. Ein Teilnehmer spuckte demonstrativ vor Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde, die als eigener Block mitmarschierten. Andere Teilnehmende riefen währenddessen pro-palästinensische Parolen, darunter „Death to the IDF" und „Yallah Intifada". Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Nürnberg-Mittelfranken veröffentlichte im Anschluss ein Video, das die Szene dokumentiert.
Der bayerische Staatsschutz ermittelt wegen des Spuckens inzwischen als mutmaßlich politisch motivierte Tat, konkret wegen Beleidigung. Polizeisprecher Michael Sebald erklärte, die Identität des Täters sei bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen unabhängig von den Parolen, die für sich genommen strafrechtlich schwerer zu fassen sind.
Erlangens Oberbürgermeister Jörg Volleth (CSU) zeigte sich alarmiert: Antisemitismus, Ausgrenzung und jede Form von Feindseligkeit gegenüber Menschen hätten in seiner Stadt keinen Platz. Auch der CSD-Veranstalter Makeyourtownqueer distanzierte sich von den Vorfällen und kündigte an, sie aufzuarbeiten und Konsequenzen daraus zu ziehen.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Konflikte bei deutschen CSD-Veranstaltungen der vergangenen Monate ein, bei denen Nahost-Politik und Antisemitismus wiederholt auf queere Sichtbarkeit trafen. Kritikerinnen und Kritiker werfen Teilen der Szene vor, den Nahostkonflikt in einen Kontext zu tragen, der ursprünglich der Solidarität mit Jüdinnen und Juden verpflichtet war - die Jüdische Kultusgemeinde Erlangen nimmt seit Jahren an CSD-Umzügen teil.
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