Bild: KI-generiert · Illustration
Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist am 14. August im Alter von 97 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio gestorben. Kusama zählte zu den einflussreichsten Avantgardistinnen ihrer Generation und arbeitete über Jahrzehnte hinweg in bildender Kunst, Performance, Literatur und Lyrik.
Geboren in der Präfektur Nagano, lebte Kusama von 1958 bis 1973 in New York, bevor sie nach Tokio zurückkehrte. Seit 1977 wohnte sie dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik im Stadtteil Shinjuku, von wo aus sie bis zuletzt weiterarbeitete. Bekannt wurde sie vor allem für ihre farbigen Punktmuster auf Leinwänden, Skulpturen und ganzen Räumen sowie für ihre „Infinity Rooms“ – Spiegelinstallationen, die weltweit Besucherrekorde einspielten.
Kusama beschrieb sich selbst als asexuell und setzte sich schon früh für queere Anliegen ein. Ein Jahr vor den Stonewall-Aufständen inszenierte sie 1968 in New York die Performance „Homosexual Wedding“, bei der sie die Trauung zweier schwuler Männer öffentlich zelebrierte. Dazu sagte sie: „Es ist die abnormale Reaktion vieler Menschen auf Homosexualität, durch die Homosexualität abnormal wird.“ In New York betrieb sie zudem einen queeren Social Club und entwarf Modestücke wie das sogenannte „Homo Dress“.
Mit ihrem Werk avancierte Kusama zu einer der kommerziell erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt. Museen von Tokio bis New York zeigten und zeigen ihre Arbeiten in großen Einzelausstellungen.
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