Country-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren in Nashville gestorben. Für viele schwule Männer und Dragqueens war sie über Jahrzehnte weit mehr als eine Musikerin.
Bild: KI-generiert · Illustration
Dolly Parton ist tot. Im Alter von 80 Jahren starb die Country-Legende am 25. August in ihrem Zuhause in Nashville, wie ihre Familie mitteilte. Friedlich sei sie eingeschlafen. Ihr Neffe Bryan Seaver bestätigte den Tod öffentlich und veröffentlichte ein Video, um das Parton ihn zuvor gebeten hatte.
Nur wenige Tage zuvor hatte Parton dem Magazin People erzählt, sie habe eigene gesundheitliche Probleme vernachlässigt, während sie sich um ihren erkrankten Ehemann Carl Dean kümmerte. Deshalb sagte sie im Mai bereits eine geplante Konzertreihe im Caesars Palace in Las Vegas ab. „Ich habe noch so viele Dinge, die ich erreichen will“, sagte sie noch im August.
Für die queere Community war Parton weit mehr als eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Country-Geschichte. Mit Songs wie „Jolene“, „9 to 5“ und „I Will Always Love You“ wurde sie weltberühmt, unter schwulen Männern und Dragqueens aber galt sie über Jahrzehnte als eigene Ikone. Schon in den 1980er- und 1990er-Jahren unterstützte sie kontinuierlich Aidshilfe-Organisationen, zu einer Zeit, in der sich viele Stars aus Nashville lieber öffentlich distanzierten. Später sprach sie sich wiederholt offen für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare aus und stellte sich an die Seite trans Menschen, ohne dabei ihr Publikum im konservativen Süden der USA zu verlieren.
Genau diese Gratwanderung erklärt, warum ihr Tod international Reaktionen weit über die Musikwelt hinaus auslöste. US-Politiker verschiedener Lager würdigten sie öffentlich. LGBTQ+-Organisationen in den USA erinnerten an ihre jahrzehntelange, stille Unterstützung abseits großer Kampagnen. Für viele Dragqueens bleibt sie bis heute ein zentraler Bezugspunkt: eine Frau, die Camp, Glamour und Selbstironie zu ihrem Markenzeichen machte, lange bevor Drag ins Mainstream-Fernsehen fand.
Konkrete Termine für eine öffentliche Trauerfeier standen zum Zeitpunkt der ersten Meldungen noch nicht fest.
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