Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz ist im Alter von 71 Jahren in El Paso, Texas, nach langer Krankheit gestorben. Sáenz wuchs als viertes von sieben Kindern in ärmlichen Verhältnissen in einer Landwirtschaftsgemeinde in New Mexico auf, studierte zunächst katholische Theologie und wirkte drei Jahre lang als Priester in El Paso, bevor er den Orden verließ und sich dem Schreiben zuwandte.
Bekannt wurde er einem breiten Publikum vor allem durch den Jugendroman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums", der die Freundschaft zweier mexikanisch-amerikanischer Jugendlicher im El Paso der Achtzigerjahre erzählt, die sich zu einer Liebesgeschichte entwickelt. Das Buch wurde mit dem Pura-Belpré-Preis, einem Lambda Literary Award, einer Stonewall-Auszeichnung und einer Printz-Honor-Ehrung bedacht und später verfilmt. Die Fortsetzung „Aristoteles und Dante tauchen in die Gewässer der Welt" erreichte Platz eins der New-York-Times-Bestsellerliste für Jugendbücher.
Für seinen Erzählband „Everything Begins and Ends at the Kentucky Club" erhielt Sáenz den PEN/Faulkner Award for Fiction – als erster lateinamerikanischer und erst zweiter schwuler Autor überhaupt. Kolleginnen und Kollegen würdigen ihn als literarische Stimme, die zwischen mexikanisch-amerikanischer Identität und queerem Leben keinen Widerspruch sah, sondern beides selbstverständlich miteinander verwob. Sein Freund und Autorenkollege Daniel Chacón beschrieb ihn als jemanden, der es sich erlauben konnte, sentimental zu schreiben, ohne dabei an literarischer Schärfe einzubüßen.
Ein letzter Roman, „When the World Was Happy", über zwei Schwestern, die nach einem Amoklauf an ihrer Schule wieder zueinanderfinden, soll postum im September erscheinen. Die El Paso Community Foundation richtete zu seinen Ehren einen Literaturfonds ein, der künftig ein Buchfestival und Autorinnen und Autoren aus der Region fördern soll.
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