Die Dayton-Dragtruppe The Rubi Girls hat trotz gestrichener Bundesförderung eine offizielle Gedenktafel für 42 Jahre Wohltätigkeitsarbeit erhalten – während US-Bundesstaaten öffentliche Drag-Auftritte einschränken wollen.
Die Dragtruppe The Rubi Girls aus Dayton, Ohio, ist mit einer offiziellen Gedenktafel des Bundesstaats geehrt worden. Am 3. Mai nahmen Mitglieder der 1984 gegründeten Gruppe die Tafel der Ohio History Connection entgegen, die 42 Jahre gemeinnütziges Engagement würdigt. Die Rubi Girls haben nach eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Dollar für HIV/Aids- und LGBTQ-Organisationen im Raum Miami Valley gesammelt.
Der Weg zur Tafel war holprig. Sie gehörte zu zehn LGBTQ-bezogenen Gedenktafeln, deren Förderung die Trump-Regierung im vergangenen Jahr strich, weil sie als Diversity-, Equity- und Inclusion-Projekte eingestuft wurden. „Unsere war die letzte Tafel, die noch zur Prüfung anstand, bevor die Förderung für DEI-Tafeln gestoppt wurde“, sagte Gründungsmitglied Tim Farquhar.
Weil die staatliche Förderung wegfiel, finanzierten die Rubi Girls die Tafel am Ende selbst, mit Unterstützung ihrer Spenderinnen und Spender. Fünf Jahre hatte das gesamte Verfahren von der ersten Bewerbung bis zur Anbringung gedauert.
Die Ehrung fällt in eine Zeit, in der mehrere US-Bundesstaaten versuchen, öffentliche Drag-Auftritte gesetzlich einzuschränken. Diese Ironie ist den Beteiligten bei der Zeremonie nach eigenen Worten nicht entgangen: Eine Gruppe, die seit Jahrzehnten Wohltätigkeitsarbeit leistet, wird staatlich geehrt, während anderswo über Verbote ihrer Kunstform diskutiert wird.
Die Rubi Girls treten bis heute regelmäßig in Dayton auf und sammeln bei ihren Shows weiterhin Spenden für lokale HIV- und LGBTQ-Hilfsorganisationen. Die Gedenktafel steht nun dauerhaft als Teil der offiziellen Geschichtsschreibung Ohios.
Verwandte Artikel
Wyoming verhandelt: Gilt Selbstverteidigungsrecht auch für angegriffene trans Frau?
Ein Gericht in Laramie, Wyoming, prüft, ob das Selbstverteidigungsgesetz des Bundesstaats für Rihanna Kelver gilt. Sie hatte nach transfeindlichen Beleidigungen und einem Stoß zu Boden eine Waffe gezogen – ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Everton Blair wird als erste offen schwule Person aus dem Süden der USA in den Kongress gewählt
Georgia schickt erstmals eine offen schwule Person nach Washington: Everton Blair gewann die Stichwahl um den 13. Kongresswahlbezirk und ist die dritte offen schwarze und schwule Person überhaupt im US-Kongress.
Rechtsextremer Provokateur Milo Yiannopoulos aus den USA abgeschoben
US-Einwanderungsbehörden haben Milo Yiannopoulos festgenommen und nach Großbritannien abgeschoben – wegen eines seit 2019 überzogenen Visums. Der frühere Breitbart-Redakteur war über Jahre für Hetze gegen trans Menschen bekannt.