Mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Hendrik Wüst den Comiczeichner Ralf König ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt Königs jahrzehntelanges Werk, das seit den 1980er Jahren zur sexuellen Aufklärung beigetragen und gesellschaftliche Tabus aufgebrochen hat.
König, geboren 1960 in Soest, gilt als Pionier der schwulen Comic-Szene in Deutschland. Bekannt wurde er unter anderem mit „Der bewegte Mann“ und „Kondom des Grauens“, Werken, die schwules Leben mit beißendem Witz und ohne falsche Scham zeigten und damit weit über die Comic-Szene hinaus wirkten und ein breites Publikum erreichten.
Am Montag fand die Verleihung in der Staatskanzlei in Düsseldorf statt, gemeinsam mit zwölf weiteren Persönlichkeiten, darunter Franz Müntefering, Veronica Ferres und Thomas Kutschaty. Der Landesverdienstorden wurde 1986 gestiftet, um außergewöhnliche Verdienste um Nordrhein-Westfalen zu würdigen; maximal 2.500 lebende Trägerinnen und Träger darf es gleichzeitig geben.
König selbst nahm die Auszeichnung mit der Selbstironie, für die er bekannt ist: Er habe vor vierzig Jahren „testosteronbesoffene Pimmelmännchen“ gekritzelt, sagte er, „und nun sowas“. Geehrt fühle er sich trotzdem, fügte er hinzu.
Mit seinen Comics habe König zur sexuellen Aufklärung beigetragen und Tabus aufgebrochen, heißt es in der offiziellen Würdigung – eine Anerkennung für ein Genre, das lange als reine Unterhaltung und selten als gesellschaftlich relevant galt.
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