Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
The Stud, San Franciscos älteste Gay-Bar, war vergangenes Wochenende auf Instagram nicht erreichbar. Der Grund: mehrere böswillige Meldungen, die dem Kanal mit über 30.000 Followern fälschlich vorwarfen, Menschenhandel zu bewerben. Instagram sperrte den Account daraufhin – ausgerechnet kurz vor der Dore Alley, einem der wichtigsten Termine im Kalender der Bar.
Für die Betreiber kam die Sperre zur Unzeit. Mitinhaberin Honey Mahogany erklärte, die Bar arbeite mit wechselnden Promotern zusammen und sei für die Bewerbung ihrer Veranstaltungen fast vollständig auf Instagram angewiesen. Ausgerechnet an einem umsatzstarken Wochenende ohne diesen Kanal dazustehen, nannte sie schlicht verheerend. Erst am Samstagabend gegen 19 Uhr war der Account wieder erreichbar. Betroffen war in denselben Tagen auch der Instagram-Auftritt von San Franciscos Leather- und LGBTQ-Kulturbezirk.
Was die Meldungen ausgelöst hatte, ließ sich im Nachhinein rekonstruieren: Mitinhaber Albee sagte der San Francisco Chronicle, einer der beanstandeten Beiträge sei über ein Jahr alt gewesen und habe für eine Trans-Party geworben. Er forderte von Meta ein Moderationssystem, das nicht auf Kosten von Minderheiten funktioniert.
Der Fall reiht sich in ein wiederkehrendes Muster ein: Nutzer melden Beiträge queerer Orte gezielt und in Serie, um über automatisierte Moderationswerkzeuge kurzfristige Sperren zu erzwingen. Für kleine, auf soziale Medien angewiesene Betriebe wie The Stud kann das schon eine einzige verlorene Werbewoche wirtschaftlich schmerzhaft machen.
Verwandte Artikel
Texas beendet stillschweigend Hormontherapie für trans Gefangene
Ohne öffentliche Ankündigung hat die texanische Gefängnisbehörde TDCJ ihre Richtlinie zur Hormontherapie für trans Gefangene aus dem Handbuch gestrichen. Die Regelung hatte seit 2015 bestanden.
Gay-Forum DataLounge schließt nach 31 Jahren
Das 1995 gegründete Online-Forum DataLounge, lange ein zentraler Treffpunkt für Klatsch und Debatten in der schwulen Community, ist nach 31 Jahren offline gegangen.
WNBA räumt Fehler ein: Sicherheitspersonal zwang Fans, Shirts zur Trans-Debatte zu verdecken
Bei einem Spiel in Atlanta forderte die Sicherheit von WNBA-Fans, Shirts mit gegensätzlichen Botschaften zu Trans-Athletinnen im Sport zu verbergen. Die Liga entschuldigte sich nachträglich.