Bei Brasiliens Wahl treten laut der Organisation VoteLGBT so viele offen queere Menschen an wie nie. 109 von ihnen sind trans oder Travesti.
Bild: KI-generiert · Illustration
Am 4. Oktober wählt Brasilien, und auf den Listen stehen 529 offen LGBTQ-Kandidierende. Das meldet die Organisation VoteLGBT, die queere Kandidaturen erfasst. 109 von ihnen bezeichnen sich als trans oder als Travesti, ein in Lateinamerika verbreiteter Begriff für Menschen, die bei der Geburt als männlich eingeordnet wurden und weiblich leben.
Zur Wiederwahl treten die Abgeordneten Erika Hilton und Duda Salabert an. 2022 wurde Hilton als erste Travesti und Salabert als erste trans Frau in den brasilianischen Kongress gewählt. Hilton leitet inzwischen den Frauenrechtsausschuss der Abgeordnetenkammer.
Neu im Rennen sind zwei bekannte Namen. Jean Wyllys, der erste offen schwule Mann im brasilianischen Kongress, kehrt aus dem Exil zurück und kandidiert für die Abgeordnetenkammer in São Paulo. Mônica Benício, die Witwe der ermordeten Stadträtin Marielle Franco, bewirbt sich um einen Senatssitz.
Im Mittelpunkt steht allerdings die Präsidentschaftswahl. Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva will eine zweite Amtszeit in Folge gewinnen. Sein Herausforderer ist Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des inhaftierten früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Erreicht keiner mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es am 25. Oktober eine Stichwahl.
Die Zahl sagt noch nichts darüber, wie viele der Kandidierenden tatsächlich ein Mandat erringen. Sie zeigt aber, wie viele queere Menschen trotz eines politischen Klimas, das ihnen vielerorts feindlich gegenübersteht, für ein Amt antreten.
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