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Grindr zahlt 26 Millionen Pfund nach Datenschutzklage in Großbritannien

Politik & Recht

Grindr legt eine Sammelklage von rund 12.000 britischen Nutzern bei, denen zufolge die App sensible Daten wie HIV-Status und sexuelle Orientierung an Werbefirmen weitergegeben hat. Betroffen ist vor allem die Zeit vor 2020.

Grindr zahlt 26 Millionen Pfund nach Datenschutzklage in Großbritannien

Bild: KI-generiert · Illustration

Die Dating-App Grindr zahlt umgerechnet rund 35 Millionen US-Dollar (26 Millionen Pfund), um eine Sammelklage von etwa 12.000 britischen Nutzern beizulegen. Die Kanzlei Austen Hays hatte im April 2024 vor dem High Court of England and Wales geklagt, weil Grindr sensible persönliche Daten – darunter sexuelle Orientierung, sexuelle Vorlieben und HIV-Status – an Werbeunternehmen weitergegeben haben soll. Für viele Nutzer war zum Zeitpunkt der Weitergabe nicht erkennbar, dass derart intime Angaben an Dritte gelangten.

Betroffen war vor allem der Zeitraum vor dem 3. April 2018 sowie zwischen dem 25. Mai 2018 und dem 7. April 2020, also die Phase, in der die App noch dem chinesischen Unternehmen Beijing Kunlun Tech gehörte. 2020 wurde Grindr an San Vicente Acquisition verkauft.

Nach der Einigung erhalten die Klagenden bei gleichmäßiger Aufteilung umgerechnet rund 2.900 US-Dollar (2.167 Pfund) pro Person. Grindr zahlt 13 Millionen Pfund bis Ende 2026 und weitere 13 Millionen Pfund bis Ende März 2027. Das Unternehmen betonte, der Vergleich enthalte kein Schuldeingeständnis, räumte aber ein, dass einige britische Nutzer aus der Zeit vor 2020 „Verunsicherung und Vertrauensverlust" empfunden hätten.

Es ist nicht die erste Strafe für Grindr wegen des Umgangs mit Nutzerdaten: Norwegen hatte das Unternehmen bereits 2021 mit umgerechnet rund 6 Millionen US-Dollar belegt, ein Berufungsgericht bestätigte die Strafe im Oktober 2025.

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