Missouri will per Volksabstimmung im November das 2024 beschlossene Recht auf Abtreibung zurücknehmen und zugleich ein Verbot geschlechtsangleichender Behandlungen für Minderjährige dauerhaft in der Verfassung verankern. Kritiker:innen werfen den Republikaner:innen vor, mit der Verknüpfung beider Themen Wähler:innen zu täuschen.
Die republikanische Mehrheit im US-Bundesstaat Missouri hat ein neues „Amendment 3“ auf den Wahlzettel für November 2026 gesetzt. Es würde die erst 2024 per Volksentscheid mit 51,6 Prozent beschlossenen Reproduktionsrechte – das Recht auf Abtreibung bis zur Lebensfähigkeit des Fötus – wieder zurücknehmen und durch ein weitgehendes Verbot ersetzen, mit Ausnahmen nur für medizinische Notfälle, fetale Anomalien sowie Vergewaltigung und Inzest bis zur zwölften Schwangerschaftswoche.
An dieselbe Vorlage gekoppelt ist ein zweiter Punkt: Das bislang bis August 2027 befristete Verbot geschlechtsangleichender Behandlungen für Minderjährige soll dauerhaft in der Landesverfassung verankert werden. Als bewusstes Kalkül werten Kritiker:innen diese Verknüpfung – die eigentlich unpopuläre Abtreibungsrücknahme soll so vom breiter unterstützten Trans-Verbot mitgetragen werden. Eine Erhebung der Saint Louis University vom Februar 2026 stützt diese Lesart: Einzeln abgefragt, sprachen sich 67 Prozent gegen Transitionsbehandlungen für Minderjährige aus, für das kombinierte Amendment votierten dagegen nur 47 Prozent.
Bewusst irreführend nennt Michael Wolff, ehemaliger Vorsitzender Richter am Obersten Gerichtshof von Missouri und Berater der Gegenkampagne, die Formulierung des Wahlzettels; Gerichte hatten mehrere Entwürfe der Landesregierung bereits zurückgewiesen. Abgeordneter Brian Seitz, der die Vorlage durchs Repräsentantenhaus brachte, weist den Täuschungsvorwurf zurück. Mehr als fünf Millionen Dollar sammelte inzwischen die Gegenkampagne „Stop the Ban“ – darunter eine Spende von 1,25 Millionen Dollar des früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg.
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