Beim Cologne Pride ist der Wagen der CDU von Teilen der Zuschauenden lautstark ausgebuht worden. Auf Videos, die sich in sozialen Netzwerken verbreiteten, sind neben Buhrufen auch Mittelfinger-Gesten und Sprechchöre gegen Parteichef Friedrich Merz zu sehen. Kritikerinnen und Kritiker werfen der Partei vor, den CSD lediglich für Wahlwerbung zu nutzen, ohne sich historisch nennenswert für die Rechte queerer Menschen eingesetzt zu haben.
Die Kölner CDU wies die Kritik zurück und verteidigte ihre Teilnahme: Auch sie sei Teil des CSD, hieß es in einer Stellungnahme. Man stehe gemeinsam mit anderen demokratischen Parteien für Gleichberechtigung und Respekt ein und appellierte an einen respektvollen Umgang trotz politischer Differenzen.
Der Auftritt reiht sich in eine seit Jahren andauernde Debatte über das Verhältnis der Union zu Christopher-Street-Day-Veranstaltungen ein. Der CSD Karlsruhe schließt die CDU inzwischen grundsätzlich von der Teilnahme aus, weil sie nach Ansicht der Veranstalter dem Selbstverständnis der Bewegung widerspreche. Auch die CSU wurde in der Vergangenheit mehrfach vom Münchner CSD ausgeschlossen, durfte in diesem Jahr aber wieder mitlaufen.
Nicht nur die Union sorgt derzeit für Diskussionen um Parteiauftritte bei Prides: Der Kölner Pride-Verein lehnte zugleich einen Teilnahmeantrag des BSW ab. Begründung: Die Partei habe versucht, den CSD für eigene, queerkritische Positionen zu instrumentalisieren. Die Debatte, wer beim CSD willkommen ist und wer nicht, dürfte damit auch in den kommenden Jahren nicht abreißen.
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