Ein Gesetzentwurf der Alliance Party sieht bis zu zwei Jahre Haft für das Anbieten von Konversionstherapien vor. Die Debatte im nordirischen Regionalparlament wurde vertagt, DUP und Christian Institute laufen dagegen Sturm.
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Das nordirische Regionalparlament hat erstmals über ein Gesetz zum Verbot sogenannter Konversionspraktiken debattiert. Der Entwurf des Alliance-Party-Abgeordneten Eóin Tennyson stellt das Anbieten von Konversionstherapie und die Anwendung von Zwang zur Veränderung der sexuellen Orientierung unter Strafe – bis zu zwei Jahre Haft sind vorgesehen. Auch wer Betroffene zu solchen Praktiken ins Ausland bringt, soll sich strafbar machen.
Die Debatte wurde am Dienstagabend aus Zeitgründen unterbrochen und soll am 22. September fortgesetzt werden. Unterstützung erhält der Entwurf von Sinn Féin, der SDLP, von Amnesty International UK und der Ban Conversion Practices Coalition. Sie sprechen von einer „historischen Gelegenheit", LGBTIQ+-Menschen vor schädlichen Praktiken zu schützen. Große medizinische Fachverbände stufen Konversionspraktiken seit Langem als wirkungslos und gesundheitsschädlich ein; Betroffenenberichte schildern häufig Scham, Angststörungen und einen dauerhaften Vertrauensverlust gegenüber Familie oder Kirche.
Widerstand kommt von der Democratic Unionist Party (DUP) und dem religiös-konservativen Christian Institute. Beide werfen dem Entwurf vage Formulierungen vor und befürchten Einschränkungen für seelsorgerische Gespräche in Familien und Glaubensgemeinschaften.
Bis zur Fortsetzung der Debatte am 22. September bleibt offen, ob genügend Abgeordnete den Entwurf in dieser Form mittragen. Nordirland hatte bei Gleichstellungsfragen wie der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in der Vergangenheit erst nach einem Eingriff des Parlaments in London nachgezogen. Ein eigenständig im Regionalparlament beschlossenes Verbot wäre insofern ein Novum in der jüngeren Gleichstellungsgeschichte des Landesteils.
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