Die Grünen haben im tasmanischen Parlament einen Gesetzentwurf gegen Konversionsmaßnahmen eingebracht. Die Liberalen geben die Abstimmung frei, mehrere Regierungsmitglieder wollen dagegen stimmen.
Bild: KI-generiert · Illustration
Im australischen Bundesstaat Tasmanien steht ein Verbot von Konversionsmaßnahmen zur Abstimmung. Den Gesetzentwurf haben die Grünen eingebracht, das Parlament soll noch vor Jahresende darüber beraten. Er richtet sich gegen Praktiken, die die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines Menschen gezielt verändern, unterdrücken oder beseitigen sollen. Die Vereinten Nationen stufen solche Praktiken als Folter ein.
Der Entwurf nimmt einiges ausdrücklich aus: Medizinische Fachkräfte dürfen Behandlungen anbieten, die sie fachlich für angemessen halten, sofern sie rechtliche, berufliche und ethische Vorgaben einhalten. Öffentliche Debatten, religiöse Äußerungen einschließlich Gebet und Gespräche von Eltern mit ihren Kindern über Sexualität, Geschlechtsidentität und Religion bleiben erlaubt.
Premierminister Jeremy Rockliff von der Liberalen Partei unterstützt ein Verbot grundsätzlich, hält aber Änderungen am Entwurf für möglich. Seine Partei verzichtet auf Fraktionszwang. Polizeiminister Felix Ellis will gegen das Gesetz stimmen. Er fürchtet rechtliche Folgen für Ärzte, Psychologen, Berater oder Eltern, die bei Jugendlichen mit Fragen zu Körper und Geschlechtsidentität vorsichtig vorgehen. Landwirtschaftsminister Gavin Pearce und der frühere stellvertretende Premier Michael Ferguson wollen ebenfalls ablehnen; sie halten die Definition für zu weit und sehen die Meinungsfreiheit bedroht.
Vica Bayley, stellvertretende Vorsitzende der Grünen, weist das zurück: Das Gesetz treffe nur gezielte Veränderungsversuche. Ein Bericht des Tasmanian Law Reform Institute von 2022 hatte festgestellt, dass Konversionsmaßnahmen im Bundesstaat weiterhin vorkommen und schwere Schäden verursachen. Ein Regierungsentwurf von 2023 wurde nach Kritik nicht weiterverfolgt. Equality Tasmania begrüßte die freie Abstimmung. Die Mehrheit könnten die Labor-Opposition und mehrere unabhängige Abgeordnete entscheiden, von denen einige die Initiative unterstützen.
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