Ein Bundesberufungsgericht bestätigt nach dreijährigem Rechtsstreit Floridas Gesetz, das Minderjährigen den Zugang zu bestimmten Live-Auftritten wie Drag-Shows untersagt. Kritiker sehen elterliche Entscheidungsfreiheit ausgehebelt.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Der US Court of Appeals for the Eleventh Circuit hat nach dreijährigem Rechtsstreit Floridas Gesetz zur Beschränkung von „erwachsenen Live-Darbietungen“ für Minderjährige bestätigt. Der Fall trug den Namen HM Florida-ORL, LLC v. Secretary of the Florida Department of Business and Professional Regulation.
Grundlage ist der 2023 verabschiedete „Protection of Children Act“, der Minderjährigen den Zugang zu als schädlich eingestuften Live-Auftritten Erwachsener untersagt. Drag-Shows werden im Gesetzestext nicht ausdrücklich genannt, standen in der öffentlichen Debatte um das Gesetz aber im Zentrum.
Betroffen sind unter anderem Lokale wie Hamburger Mary's in Orlando, das zuvor familienfreundliche Drag-Brunches veranstaltete. Solche Formate sind Minderjährigen nun verwehrt.
Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier feierte das Urteil als „riesigen Sieg“ nach drei Jahren juristischer Auseinandersetzung. Kritikerinnen und Kritiker des Gesetzes halten dagegen, dass Eltern selbst entscheiden können sollten, ob sie ihre Kinder zu einer Drag-Show oder einer Drag-Vorlesestunde mitnehmen – nicht der Staat.
Das Urteil dürfte über Florida hinaus Signalwirkung entfalten: Mehrere US-Bundesstaaten haben in den vergangenen Jahren ähnliche Gesetze erlassen oder Entwürfe vorgelegt, deren verfassungsrechtliche Tragfähigkeit bislang unklar war.
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